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Israel: Iranische Hacker greifen queere Dating-Seite an

Die Passwörter aller Nutzer müssen zurückgesetzt werden

Foto: Patrick Mettraux; Model: Manu

Hacker haben laut Medienberichten mit der Veröffentlichung von Daten der israelischen LGBTQ-Dating-Seite Atraf gedroht – wenn die Betreiber nicht umgerechnet rund 870 000 Euro zahlen.

«Haben es mit einem iranischen Cyberterror-Ereignis zu tun», zitierte das israelische Fernsehen aus einer Stellungnahme der Seitenbetreiber am Sonntag.

Man arbeite daran, den Service wieder anzubieten, allerdings nur mit umfassender Absicherung – inklusive des Zurücksetzens der Passwörter aller Nutzer. Atraf reagierte zunächst nicht auf eine Anfrage der Deutschen Presse-Agentur.

Die Hacker-Gruppe Black Shadow soll laut israelischen Medien-Berichten mutmasslich aus iranischen Kriminellen bestehen. Iran und Israel sind Erzfeinde.


Neben Atraf waren laut Medienberichten noch weitere israelische Unternehmen von dem Hacker-Angriff betroffen, wie zwei öffentliche Transportunternehmen. Die Hacker veröffentlichten demnach bereits sensible Daten. So sorgten sich homosexuelle Nutzer von Atraf, dass sie ungewollt geoutet würden. Mehrere Personen hätten in dem Netzwerk zudem von ihrer HIV-Infektion berichtet.

Auf einem Telegram-Kanal mit dem Namen «Black Shadow» hiess es, die Atraf-Datenbank beinhalte die Daten von rund einer Millionen Nutzer. Sollten die Betreiber innerhalb von 48 Stunden eine Million Dollar (rund 870 000 Euro) zahlen, würden die Daten nicht veröffentlicht.

Der Iran hatte am Sonntag seine politischen Erzfeinde Israel und USA für einen Cyberangriff auf das landesweite Tankstellennetz verantwortlich gemacht. «Die Untersuchungen laufen zwar noch, aber unserer Einschätzung nach stecken definitiv die Amerikaner und die Israelis dahinter», sagte der iranische Chef der Abteilung für Cyber-Sicherheit laut Medienberichten. Der Cyber-Angriff auf das Zahlungssystem der Tankstellen hatte am Dienstag für lange Schlangen und Chaos in der Hauptstadt Teheran und anderen Städten gesorgt.


Anfang des Jahres gab die norwegische Datenschutzbehörde bekannt, dass sie gegen Grindr eine Geldstrafe in Höhe von 100 Millionen norwegischen Kronen (11,7 Millionen US-Dollar) für die illegale Weitergabe von Benutzerdaten an Werbefirmen plant (MANNSCHAFT berichtete). Das Unternehmen gehört seit letztem Jahr drei Heteros (MANNSCHAFT berichtete).


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