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Homophober Shitstorm nach Newsletter von Generali-Versicherung

Das Unternehmen ist schockiert über die vielen negativen Reaktionen

Generali-Versicherung lesbisches Paar
(Symbolbild: Unsplash)

In einem Newsletter informierte die Generali-Versicherung sachlich über die eingetragene Partnerschaft. Zum Entsetzen des Unternehmens reagieren zahlreiche Kund*innen mit homophoben Kommentaren auf Facebook und in E-Mails.

Anlässlich des Pride-Monats klärt die Generali-Versicherung in ihrem Newsletter über die eingetragene Partnerschaft in der Schweiz auf. Wie funktioniert sie? Welche rechtlichen Vorteile bringt sie den Paaren? Sachlich und ohne jeglichen politischen Bezug geht es im Text um Themen wie die 1. und 2. Säule und um Steuerfragen. Für manche Kund*innen des Konzerns ist das offenbar schon zu viel: Sie reagieren mit negativen und zum Teil äusserst homophoben Kommentaren.

«Blödsinn» und «ekelhaft»
«Belästigt mich nie mehr mit solchen sinnlosen Themen», schrieb eine Person gemäss 20 Minuten. Andere bezeichneten den Newsletter als «Blödsinn» oder «ekelhaft». Zwanzig ablehnende Rückmeldungen seien per E-Mail eingegangen, auf Facebook gab es sogar über 100 negative Kommentare.

Dass sich die Kund*innen extra die Mühe machten, deswegen diskriminierende E-Mails zu verfassen, habe eine «schockierende, neue Qualität», sagt Marketingchef Mike Fuhrmann gegenüber 20 Minuten.


Generali-Versicherung reagiert
Die Generali-Versicherung musste auf Facebook sogar rund zehn User*innen blockieren. «Wir akzeptieren grundsätzlich jede Meinung, sofern diese nicht verletzend, diskriminierend oder herablassend ist», so Fuhrmann.

Der Versicherungskonzern sah sich gezwungen, auf die Hasskommentare zu reagieren und publizierte später in der Woche eine Stellungnahme. «Wir bei Generali reden nicht nur über die LGBTQ-Bewegung, wir schätzen und fördern die Vielfalt auch», heisst es im Facebook-Post. «Generali toleriert kein diskriminierendes und menschenverachtendes Verhalten. Das sind unsere Werte. Und die sind nicht verhandelbar.»

Wir wollten von der Generali-Versicherung wissen, ob das Unternehmen nach dieser Erfahrung mit dem Thema LGBTIQ künftig anders umgehen wird. Dazu gebe es keinen Grund, findet der Kommunikationsverantwortliche Ueli Kneubühler. «Es ist jedem und jeder selbst überlassen, diese Werte zu teilen. Wir sehen keinen Anlass, an unserer Haltung etwas zu ändern», sagt er gegenüber MANNSCHAFT.


Wie der Newsletter der Generali-Versicherung veranschaulicht, gibt es zwischen der Ehe und der eingetragenen Partnerschaft einige Unterschiede. Für eine absolute Gleichstellung kämpft das Komitee «Ehe für alle». Wir berichteten über den Startschuss für den Abstimmungskampf.


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