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Nach homofeindlichem Angriff: Schwere Vorwürfe gegen belgische Polizei

Éric wurde beleidigt und geschlagen

Hassgewalt in Belgien
Foto: Twitter

Hassgewalt in Belgien: Ein schwuler Mann wurde auf der Strasse beleidigt und geschlagen. Zur Polizei will er nicht gehen – zu oft hat er dort schon Homophobie erlebt.

Wie Éric dem französischen LGBTIQ-Magazin Têtu erzählt, wurde er in der Stadt Charleroi angegriffen, am Mittag des vergangenen Freitags. Er lief auf der Strasse und war fast zu Hause, als ein Mann auf ihn zukam und als dreckige Schwuchtel beschimpfte.

Daraufhin habe sich Eric zu dem Mann umgedreht, sah aber sein Gesicht nicht richtig, da seine Brille wegen seiner Gesichtsmaske beschlagen war. Dann schlug ihm der fremde Mann auf den Kopf und warf ihn zu Boden. Dann lief der Angreifer weg.


Eric rannte nach Hause, schloss die Tür ab und schrieb über den Angriff in den sozialen Medien. Er habe sich die ganze Nacht erbrechen müssen und sei dann zu einem Arzt gegangen. Der habe ihm geraten, eine Woche frei zu nehmen, um sich zu erholen und sich untersuchen zu lassen.

Er sagte gegenüber Têtu, er sei nie angegriffen worden, als er noch in der belgischen Hauptstadt Brüssel lebte. Aber jetzt, wo er in Charleroi wohnt, sehe das anders aus; dort, in der drittgrössten Gemeinde Belgiens, leben gut 200.000 Menschen.

Éric erklärte, er habe Angst, dort in der Öffentlichkeit die Hand eines Mannes zu halten, und sei auch schon wegen seines Haarschnitts öffentlich beleidigt worden.


Zur Polizei gehen und Anzeige erstatten werde er nicht. Er sei zuvor sechs Jahre lang von seinem Ex-Freund körperlich misshandelt worden, und die Polizei habe nie versucht, etwas zu tun. Vielmehr hätten Polizisten zu ihm Dinge gesagt wie: «Du hast ein hübsches Schwuchtelgesicht».

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Er habe sich sogar über das homophobe Verhalten der Polizisten bei deren Vorgesetzten beschwert, doch die hätten ihm gesagt: «Pass auf, denn wenn du eine Beschwerde gegen die Polizei einreichst, wird sie nie wieder kommen, um dir zu helfen.» Er erklärte, er sei nicht bereit, «das Risiko einzugehen, erneut beleidigt zu werden». Darum glaube er nicht an die belgische Justiz.

Im Sommer wurde bekannt, dass eine Bande namens «Criminal Justice» Jagd auf belgische LGBTIQ macht, um sie zu «schlachten». Die Mitglieder filmen ihre Taten und feiern die Videos im Netz (MANNSCHAFT berichtete).

In Deutschland hat die Polizei, um das Verhältnis zur Community zu verbessern, fast überall sogenannte Ansprechpartner für gleichgeschlechtliche Lebensweisen (AGL) geschaffen. Je nach Bundesland gibt es aber grosse Unterschiede (MANNSCHAFT berichtete).


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