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Fans sichern Fussballern Unterstützung bei Coming-out zu

Marcus Urban hatte für den 17. Mai ein Gruppen-Coming-out angekündigt

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Symboldbild: Fans in der Allianz Arena in München. (Bild: Unsplash/Tobias)

Ein Fan-Zusammenschluss macht homosexuellen Fussballern in einem offenen Brief Mut. Ein Versprechen können die Anhänger nicht geben, etwas anderes dagegen schon.

In einem offenen Brief hat ein Fan-Zusammenschluss Profifssballern bei einem möglichen Coming-out Unterstützung zugesichert. Den Fans sei es egal, «wen ihr liebt, mit wem ihr eine Familie gründen wollt oder mit wem ihr die Nächte verbringt», steht in dem Schreiben. Den Fans sei dagegen nicht egal, «mit welchen Sorgen, Ängsten und Unsicherheiten ihr leben müsst», heisst es weiter.

«Es ist uns nicht egal, wie viele Menschen unter innerer Isolation und psychischer Belastung zu leiden haben, weil in der Profi-Männerfussball-Blase immer noch das tabuisiert wird, was in anderen Lebensbereichen längst Normalität ist. Nämlich, dass viele Menschen einfach schwul, lesbisch, trans, inter, bi- oder asexuell, kurz: queer sind.»

Für den 17. Mai, den Internationalen Tag gegen Homophobie, hat der schwule Ex-Jugendnationalspieler Marcus Urban ein Gruppen-Coming-out im Profifussball angekündigt (MANNSCHAFT berichtete). Weder in Deutschland, der Schweiz oder Österreich hat ein aktiver männlicher Fussballprofi seine Homosexualität öffentlich gemacht.


Zuletzt kamen Zweifel am geplanten Coming-out auf (MANNSCHAFT berichtete). «Aktive Profifussballer halten sich noch zurück», sagte Urban dem Magazin Stern. Kontakt zu schwulen Profifussballern habe er nicht direkt. «Keiner traut sich aus der Deckung.» In Deutschland hatte noch immer kein aktiver männlicher Fussball-Profi ein Coming-out.


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Jeder entscheide selbst über das Wann und Wo seines Coming-outs, schreiben die Fans. «Aber wenn es so weit ist, sind wir da. Wir werden euren Mut anerkennen und euch unterstützen. Wir können euch leider nicht versprechen, dass alle homofeindlichen und diskriminierenden Äusserungen schlagartig aus den Stadien verschwinden. Aber wir versprechen euch: Wir werden weder jetzt noch dann schweigen. Denn uns alle eint ein starkes Band: die Liebe zum Fussball.»


46 Prozent der sehr an Fussball interessierten Menschen in Deutschland sehen Homophobie im Profifussball als ernsthaftes Problem an. 44 Prozent halten Homophobie in diesem Zusammenhang nicht für ein ernstes Problem. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage des Instituts YouGov hervor, in der insgesamt 2146 Personen in Deutschland befragt wurden.

Urban sieht zudem Probleme im Umfeld der Spieler. «Es ist ein riesiges Versteckspiel. Die schwulen Profis führen Doppelleben», sagte er. «Und dann gibt es Berater*innen oder andere Personen im Umfeld, die trotz alledem von den Spielern verlangen: Sei nicht du selbst, verleugne dich, sonst gefährdest du deine Karriere. Das sind unhaltbare Zustände.» Viele Fussballer gingen davon aus, bei einem Coming-out in Ungnade zu fallen oder Sponsoren zu verlieren. «Ich glaube, das ist eine Fehleinschätzung.» DFB-Geschäftsführer Andreas Rettig sieht auch den Verband in der Pflicht. «Ich glaube, dass die Zeit mittlerweile zwar reif ist, aber dass die Atmosphäre und dieser Wohlfühlfaktor, den es braucht, um sich auch zu öffnen, das vermissen diejenigen, die es angeht. Und da müssen wir helfen», sagte er der ARD.

Mehr: Grösster queerer Sportanlass Europas – schon 3000 Anmeldungen für die Eurogames in Wien(MANNSCHAFT berichtete)


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