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Familienministerin Franziska Giffey besucht Schwules Museum

Die SPD-Politikerin erklärte, es sei wichtig, die «Geschichte der Community zu bewahren»

Franziska Giffey
Franziska Giffey (li.) liess sich von Birgit Bosold durch die Ausstellungen und das Archiv führen (Foto: Schwules Museum/L* Reiter)

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) hat am Freitag das Schwule Museum (SMU) in Berlin besucht. Anlässlich des «Wear it Purple Day», der an die Belange junger Queers weltweit erinnert, liess sich die Ministerin im lila Kostüm von Museumsvorständin Birgit Bosold durch die aktuellen Ausstellungen und das Archiv führen.

Besonders von der riesigen Sammlung zeigte sich Franziska Giffey am Freitagmorgen beeindruckt: Es sei immens wichtig, dass es einen Ort gebe, «um die Geschichte der Community zu bewahren und weiter zu erzählen», sagte sie. (Im Dezember hatte sie die Deutschen Antidiskriminierungstage eröffnet und erklärt: «Diskriminierung beginnt nicht erst beim Fusstritt» (MANNSCHAFT berichtete).

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Mit etwa 1,5 Millionen Archivalien hütet das 1985 gegründete SMU eine der grössten LGBTIQ+ Sammlungen der Welt. Nachdem sich das Museum in den Anfangsjahren vor allem auf die Geschichte schwuler Männer konzentriert hat, versucht es seit den 90er Jahren die gesamte Vielfalt queerer Communities abzubilden. Im April war hier eine Scheibe zerstört worden (MANNSCHAFT berichtete).

Die aktuelle Ausstellung «Love at First Fight!» erzählt deshalb die Geschichte der deutschen LGBTIQ-Bewegung aus verschiedenen Perspektiven – und räume lesbischen und trans Themen soviel Platz ein wie der schwulen Geschichte, heisst es in einer Pressemitteilung des SMU. Die Ministerin interessierte sich hierbei vor allem für die Verbindungen zwischen der lesbischen und der feministischen Bewegung – «die ohne einander gar nicht vorstellbar waren», so Bosold.


In der zweiten Ausstellung «100 Objekte», die besondere Highlights aus der Museumssammlung zeigt, konnte Giffey ihren Kunst-Sachverstand beweisen: Angetan von einem schwarzweissen Gemälde des ostdeutschen Malers Jürgen Wittdorf fragte sie, ob es sich hier um Kunst aus der DDR handle – der «besondere Strich» würde sie daran erinnern. Viel Aufmerksamkeit schenkte die Ministerin auch den Werken der legendären Fotografin Petra Gall – einer der wichtigsten Chronistinnen der lesbischen Szene der 80er und 90er Jahre -, sowie den Bildern von Jürgen Baldiga, der das schwule Berlin fotografisch festgehalten hat und in späteren Jahren sein Leben (und Sterben) mit HIV dokumentierte.

Im Gespräch mit Bosold und dem SMU-Gründungsmitglied Detlef Mücke sagte Giffey, dass auch sie erlebe, wie queere Themen bei einigen Menschen immer noch Abwehrreaktionen hervorriefen.

«Dass wir in Deutschland viele Rathäuser und offizielle Gebäude während des Pride-Monats mit der Regenbogenfahne schmücken, ruft bei Gästen oft grosses Erstaunen hervor.» Man dürfe aber nicht vergessen, dass dies auch in Deutschland noch vor wenigen Jahren undenkbar gewesen sei. In Neustrelitz wurde erst kürzlich wieder darum gestritten und das Hissen der Fahne schliesslich verboten (MANNSCHAFT berichtete).


Franziska Giffey
Bosold (li) führt Giffey durch das Haus (Foto: Schwules Museum/L* Reiter)

Am SPD-Wahlparteitag am 31. Oktober soll Franziska Giffey zusammen mit dem Berliner Fraktionschef Raed Saleh den Vorsitz der Landes-SPD von Michael Müller übernehmen. Sie soll ihm auch, wohl im nächsten Jahr, als Regierende Bürgermeisterin nachfolgen. Müller selbst will in den Bundestag wechseln. Diese Ambitionen hat auch der schwule Juso-Chef Kevin Kühnert (MANNSCHAFT berichtete).


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