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Erneuter schwulenfeindlicher Angriff in München

Zwei 19-Jährige wurden bereits gefasst, weitere Täter sind flüchtig

homofeindlicher Angriff
Symbolbild: Münchner U-Bahn (Foto: Pixabay)

Ein schwulenfeindlicher Angriff in München forderte am Samstag drei Leichtverletzte. Im U-Bahnhof Karlsplatz wurden sie aus einer siebenköpfigen Gruppe heraus beschimpft, dann geschlagen und getreten.

Die drei Männer (21, 22 und 25) wurden laut Polizei mit Schlägen und Fusstritten attackiert. Die Abteilung für politisch motivierte Kriminalität hat die Ermittlungen übernommen.

«Etwas gegen Homosexualität zu haben, ist hinterwäldlerisch!»

Zwei der Angreifer – beide sind 19 Jahre alt – konnten bereits gefasst werden. Den anderen Tätern gelang die Flucht. Die Fahndung läuft. Auch in der Wiener U-Bahn kam er vor vier Wochen zu einem schwulenfeindlichen Angriff (MANNSCHAFT berichtete).

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Der homophobe Angriff passierte kurz vor ein Uhr, als eines der jungen Opfer auf der Rolltreppe tanzte. Für die Schwulenhasser reichte das bereits als Anlass für Beleidigungen und Beschimpfungen aus. «Seid ihr schwul?», soll einer der Täter gerufen haben. Als einer der jungen Männer mit Ja antwortete, zog der 19 Jahre alte Tatverdächtige den Nothalt der Rolltreppe. Dann gingen die Angreifer auf ihre Opfer los. Alle drei wurden leicht verletzt.

Immer wieder kommt es in der bayrischen Landeshauptstadt München zu schwulenfeindlichen Hassverbrechen. So wurden etwa auf dem Oktoberfest wurden zwei junge Männer von Angreifern krankenhausreif geprügelt, weil sie Arm in Arm über die Wiesn gelaufen waren.

Schwulenfeindlicher Angriff von Hooligans
Anfang Dezember 2018 kam es in der Münchner U-Bahn nach einer homophoben Beleidigung zu einer gefährlichen Körperverletzung. Die Schläger waren Fussball-Fans und wurden diesen Sommer gefasst (MANNSCHAFT berichtete).

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Der Freistaat ist das einzige Bundesland, das weder einen Aktionsplan gegen Homo- und Transphobie in Vorbereitung noch umgesetzt hat, kritisierte Hannah Lea, Vorständin des bayerischen LSVD kürzlich bei einer Anhörung in München. Queere Personen müssten endlich als selbstverständlicher Teil der Gesellschaft akzeptiert und respektiert werden. «Da ist in Bayern noch viel zu tun», so Lea.

MANNSCHAFT-Voting: Wer ist dein Gayropäer 2019?

Am 18. Februar 2020 ist MANNSCHAFT im Münchner SUB zu Gast. Dort sprechen wir mit Gästen wie Tessa Ganserer (Grüne) und Michael Plaß (Leiter Anti-Gewalt-Projekt im Sub) über die Gewalt gegen Queers in Bayern und nötige Massnahmen dagegen (zur Facebook-Veranstaltung).

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