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HIV positiv – Wem sag ich’s?

Wenn du dich entscheidest, deinen HIV-Status anderen mitzuteilen, kann das sehr befreiend sein.

Bild: Adobe Stock // by Davide Angelini

Wenn du sicher und selbstbewusst mit deiner HIV-Infektion umgehst, kann das dein tägliches Leben vereinfachen. Das bedeutet jedoch auch, dass du deine Familie, deine Freund*innen und vielleicht sogar deinen Arbeitgeber über deinen HIV-Status informierst.

Das HIV Coming-out hat sowohl Vor- wie Nachteile: Einerseits kann es für dich eine Befreiung und eine Entlastung sein, Menschen, die dir Nahe stehen, ins Vertrauen zu ziehen. Eine Ansteckung mit HIV als Geheimnis für sich zu behalten, ist keine leichte Aufgabe und kann schnell zu einer schweren mentalen Belastung werden. Andererseits musst du dir bewusst sein, dass es sein kann, dass Menschen in deinem direkten Umfeld erstmal ablehnend reagieren. Es kann sein, dass Angehörige oder Freunde schlichtweg nicht wissen, wie sie mit einer solchen Diagnose umgehen sollen.

Grundsätzlich ist der selbstbewusste Umgang mit dem HIV-Status ein wichtiger Schritt nicht nur für dich selbst, sondern auch für eine aufgeklärte Gesellschaft. Du solltest die Entscheidung, wen du über deinen HIV-Status informieren möchtest dennoch sehr bewusst treffen: Denn wenn dein HIV-Status bekannt ist, kannst du nicht mehr zurück.

Wem sag ich’s

Sprich als erstes mit Menschen, die du gut kennst und deren Reaktion du einschätzen kannst. Zudem ist es empfehlenswert, ein solches Gespräch erst zu führen, wenn du mehr über HIV und mögliche Therapien in Erfahrung bringen konntest und bereits ein erstes Gespräch mit einem Arzt oder einer Ärztin führen konntest. Du wirst in der Lage sein, erste Fragen zu beantworten und kannst einen Teil der Ängste und Sorgen deines Gegenübers wegnehmen.

An erster Stelle steht der eigene Partner bzw. die eigene Partner*in. Rechne damit, dass bei deinem*r Partner*in Ängste aufkommen, sich auch infiziert zu haben. Wenn du wechselnde Sexualpartner*innen hast, solltest du die Personen informieren, mit denen du kurz nach deiner eigenen Infektion Sex hattest.
Manche Personen, die das HIV-Outing bereits hinter sich haben, berichten, dass es hilfreich ist, sich Unterstützung beim Partner / der Partner*in oder bei einem*r guten Freund*in zu holen, bevor man die eigenen Eltern einweiht. Diese reagieren oft sehr emotional, aus Angst um das Leben des eigenen Kindes. Bei deinen anderen Freunden oder Bekannten solltest du diejenigen einweihen, bei denen du dir sicher bist, dass sie verantwortungsbewusst mit diesen Infos umgehen.

Das HIV-Outing am Arbeitsplatz ist sehr individuell: Betroffene Personen berichten einerseits von sehr aufgeschlossenen Kolleg*innen, andere erfahren aber auch Anfeindungen und müssen sich dumme Sprüche anhören. Bitte denke daran, dass in einem Arbeitsumfeld die Gerüchteküche schnell brodelt und es sich somit schnell herumsprechen kann, dass du HIV-Positiv bist. Somit solltest du einen Dialog mit deinem Arbeitgeber sowie deinen Arbeitskolleg*innen über deinen HIV-Status nur in Betracht ziehen, wenn du dafür bereit bist. Grundsätzlich gibt es keine rechtliche Grundlage, die dich dazu verpflichtet, dem Arbeitgeber deinen HIV-Status mitzuteilen.

Stigma entgegenwirken

HIV-positiven Menschen wird manchmal von ihrem engen Umfeld geraten, niemandem von ihrem HIV-Status zu erzählen. Dahinter steht häufig die Überzeugung, dass die HIV-Infektion selbstverschuldet sei und um jeden Preis versteckt werden sollte. Diese Form der Stigmatisierung von Menschen mit HIV – also wenn diese ausschliesslich aufgrund ihrer Infektion in eine negative Schublade gesteckt und (vor-)verurteilt werden – ist leider noch immer weit verbreitet. Ein offener Umgang mit dem Thema HIV und der eigenen Diagnose kann dazu beitragen, diesem Stigma entgegenzuwirken.

Wenn du Stigmatisierung erfährst, nicht genau weisst wie du mit deinem HIV Coming-out umgehen sollst oder welchen Leuten du dich anvertrauen solltest, ist es empfehlenswert, mit deiner*m Ärzt*in darüber zu sprechen. Dein*e Ärzt*in kann dir gezielte Unterstützungsangebote vermitteln, die dir im Umgang mit deinem HIV Coming-out helfen können. Die lokalen Aids-Hilfen sowie andere Angebote aus der Community können dir ebenfalls unterstützend zur Seite stehen. Mehr Infos darüber, wie du mit deinem HIV Coming-out umgehend kannst sowie Erfahrungsberichte von Menschen, die mit HIV leben, findest du hier.


Bild: ViiV Healthcare (zVg)

Fighting HIV Together

Wenn du mit HIV lebst, ist es wichtig, dass du weisst, wo du stehst, welche Möglichkeiten es gibt und wie du dein Leben nach deinen Vorstellungen leben kannst. Auf der Plattform LiVLife von ViiV Healthcare, findest du viele Informationen, die dir weiterhelfen können.

LiVLife wurde von und mit Menschen, die mit HIV leben, entwickelt und stützt sich auf Forschungsergebnisse und Erfahrungen aus der HIV-Community – unter anderem von Menschen, die gerne ihre Geschichte erzählen. Neben der Steigerung der Lebensqualität von Menschen, die mit HIV leben, liegt ein besonderer Schwerpunkt auf dem Kampf gegen Stigmatisierung.


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