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Als Teenager beschimpfte Barack Obama andere als «Schwuchtel»

In seinen Memoiren «Ein verheissenes Land» spricht er über seine Unsicherheiten als junger Mann

Barack Obama
Eine Buchhandlung in Finnland (Foto: Emmi Korhonen/Lehtikuva/dpa)

Der ehemalige US-Präsident Barack Obama blickt auf über tausend Seiten auf die ersten Jahre seiner Präsidentschaft zurück. In «Ein verheissenes Land» spricht er u. a. über seine lesbische Grosstante und seine Unsicherheiten als junger Mann in Bezug auf LGBTIQ.

Barack Obama sprich in seinen kürzlich erschienen Memoiren offen über seine regressiven Ansichten gegenüber LGBTIQ, die er in den Jahren vor seinem Eintritt in die Politik hatte, und gibt zu, dass seine «Einstellung gegenüber Schwulen, Lesben und trans Personen nicht immer besonders aufgeklärt war».

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Zum ersten Mal spricht er in dem Buch, aus dem Pinknews zitiert, darüber, dass seine Grosstante Margaret Arlene Payne in einer gleichgeschlechtlichen Beziehung lebte: «Ich bin in den 70er Jahren aufgewachsen, als das Leben von LGBTQ für Menschen ausserhalb der Community deutlich weniger sichtbar.» So habe sich Tante Arlene immer verpflichtet gefühlt, ihrer Partnerin, mit der sie  20 Jahre zusammen war, bei Familienbesuchen in Hawaii als «meine enge Freundin Marge» vorzustellen.

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Wie viele Teenager in jenen Jahren hätten er und seine Freunde sich manchmal als Schwuchtel oder schwul beschimpft – «schwache Versuche, unsere Männlichkeit zu stärken und unsere Unsicherheiten zu verbergen», gibt der ehemalige Präsident heute zu.

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Als er aufs College kam und sich mit offen schwulen Kommilitonen und Professoren anfreundete, habe er die offensichtliche Diskriminierung und den Hass erkannt, denen sie ausgesetzt waren, sowie die Einsamkeit und Selbstzweifel, die die vorherrschende Kultur ihnen auferlegte. «Ich schämte mich für mein früheres Verhalten – und lernte, es besser zu machen.»

Obama schreibt, «die Freundschaften, die ich geschlossen habe, und die Geschichten, die er von LGBTIQ-Personen gehört habe» … sowohl im Studium wie auch in seiner frühen Karriere, hätten «sein Herz für die menschlichen Dimensionen von Themen geöffnet», an die er zuvor hauptsächlich abstrakt gedacht hätte.

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In seiner Präsidentschaft hob Obama dann u. a. das Verbot offen homosexueller Soldaten im US-Militär auf und unterstützte Bestrebungen, ein Gesetz gegen Konversionstherapien zu erlassen (MANNSCHAFT berichtete). Mit seinem Einsatz für die Gleichstellung Homosexueller hatte es Obama es als erster Präsident der USA auf die Titelseite des Schwulenmagazins Out geschafft (MANNSCHAFT berichtete). Zudem nominierte er zwei LGBTIQ-freundliche Richter für den Obersten Gerichtshofs, der im Jahr 2015 die Ehe in den USA bundesweit öffnete. Mit der neuen konservativen Mehrheit am Supreme Court ist die Eheöffnung allerdings gefährdet (MANNSCHAFT berichtete).

«Neben Abtreibung, Waffen und fast allem, was mit Rasse zu tun hat, standen die Fragen der LGBTIQ-Rechte und der Einwanderung jahrzehntelang im Mittelpunkt der amerikanischen Kulturkriege», schreibt Obama. Auch weil sie die grundlegendste Frage in unserer Demokratie aufgeworfen hätten, nämlich: «Wen betrachten wir als ein wahres Mitglied der amerikanischen Familie, das die gleichen Rechte, den gleichen Respekt und die gleichen Fürsorge verdient, die wir für uns selbst erwarten?»

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