«Verlässlicher LGBTIQ-Unterstützer» Markus Rumelhart legt Amt nieder

Er war Wiens erster offen schwuler SPÖ-Bezirksvorsteher

Markus Rumelhart spö
Markus Rumelhart, SPÖ

Nach knapp 12 Jahren an der Spitze des 6. Wiener Gemeindebezirks zieht sich der sozialdemokratische Bezirksvorsteher Markus Rumelhart aus gesundheitlichen Gründen aus der aktiven Bezirkspolitik zurück.

Markus Rumelhart leidet an einem Burn-out und hat sich entschieden, seine aktive politische Arbeit auf Bezirksebene zu beenden. «Seit vielen Monaten führe ich nun einen Kampf für meine Gesundheit. Mein Wille, gemeinsam mit den Mariahilfer*innen unseren grossartigen Bezirk im Sinne sozialdemokratischer Werte zu gestalten, ist nach wie vor gross, aber die Diagnose ‚Burn-out‘ der Ärzte ist leider unmissverständlich», erklärt Rumelhart.

In den vergangenen zwölf Jahren habe er als Bezirksvorsteher mit grossem persönlichem Einsatz gearbeitet – oft an und leider auch über die Grenzen seiner körperlichen Leistungsfähigkeit hinaus. «Die wichtige Aufgabe für den Bezirk und meine Gesundheit lassen sich unter diesen Vorzeichen nicht miteinander verbinden. Im Sinne der Verantwortung für Mariahilf und für die SPÖ habe ich den Bürgermeister daher gebeten, mich von meiner Verantwortung zu entbinden.»

Der Rückzug falle ihm persönlich schwer: «Diese Entscheidung hat mich grosse Überwindung gekostet und sie schmerzt mich, weil ich die politische Arbeit für die Menschen in Mariahilf immer mit Herzblut und aus sozialdemokratischer Überzeugung betrieben habe. Aber sie ist trotzdem richtig. Ich trage Verantwortung für mich selbst – und für eine weiterhin professionelle, verlässliche und engagierte Führung des Bezirks durch die SPÖ Mariahilf. Politik lebt vom Wechsel. Das ist auch gut so.»

Er habe seine bisherige Stellvertreterin Julia Lessacher gebeten, nun die volle Verantwortung für den Bezirk zu übernehmen, und sie den Gremien als Nachfolgerin vorgeschlagen.

«Markus Rumelhart hat Mariahilf über viele Jahre mit grosser Leidenschaft, sozialdemokratischer Haltung und persönlichem Einsatz geprägt. Die Zusammenarbeit mit ihm war stets von Vertrauen, Offenheit und gegenseitigem Respekt getragen. Ich bin ihm sehr dankbar für seine Unterstützung, seine Erfahrung und für das Vertrauen, das er mir über all die Jahre entgegengebracht hat. Sein Einsatz für die Menschen in Mariahilf und für unsere gemeinsame politische Arbeit war und ist beispielgebend. Ich wünsche ihm von Herzen alles Gute und vor allem viel Kraft für seine Gesundheit», so Lessacher.

Von 2014 bis 2026 leitete er den 6. Wiener Gemeindebezirk. Zu Beginn seiner Amtszeit schrieb Rumelhart Geschichte: Er war nicht nur der jüngste Bezirksvorsteher Wiens, sondern auch der erste, der offen mit seiner Homosexualität an die Öffentlichkeit ging.

Seinen politischen Weg begann Rumelhart auf Bezirksebene. 2010 wurde er in die Bezirksvertretung von Mariahilf gewählt, wo er sich insbesondere mit sozialen und integrationspolitischen Themen befasste. Vier Jahre später trat er die Nachfolge von Renate Kaufmann (SPÖ) an, die den Bezirk seit 2001 geführt hatte.

Auch aus anderen Parteien kommen würdigende Worte. «Wir konnten mit Markus Rumelhart immer konstruktiv, kollegial und auf Augenhöhe zusammenarbeiten. Das Wohl der Menschen in Mariahilf stand für ihn immer an vorderster Stelle. Dafür gebührt Markus Rumelhart unser Dank», so Paul Stein (Grüne), stellvertretender Bezirksvorsteher von Mariahilf.

«Markus Rumelhart hat vor 12 Jahren nicht nur als damals jüngster Bezirksvorsteher sein Amt angetreten. Er war auch immer ein verlässlicher Unterstützer der queeren Community in Wien. Für seine Zukunft wünschen wir Markus Rumelhart von Herzen nur das Beste», so Ester Tomasi-Fumics, Klubobfrau der Grünen Mariahilf.

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