«Werden nicht nachgeben»: Queere Bar kämpft gegen Polizeigewalt
Das Planeta Manas in Lissabon wurde zum wiederholten Mal gestürmt
In Lissabon haben Polizeikräfte zum wiederholten Mal ein LGBTIQ Zentrum gestürmt. Betroffene sprechen von einem «Muster der Repression».
Es ist die dritte Razzia in fünf Monaten.
«Dieses Verhalten der Polizei ist völlig ungerechtfertigt», teilte das Planeta Manas in einer Erklärung mit. «Einmal mehr hat uns die Polizei nicht über den Grund für die Razzia informiert und das in der Verfassung verankerte Prinzip der Vereinigungsfreiheit missachtet.»
Nach Angaben der Veranstaltenden seien Beamte in Zivil am Samstag, dem 8. Februar, gegen 2 Uhr morgens ohne Haftbefehl gewaltsam in das Planeta Manas eingedrungen – im Vorfeld einer Veranstaltung zum zweiten Jahrestag der körperpositiven Queer-Party «Curvs».
Die über 30 Bereitschaftspolizist*innen hätten daraufhin illegale Durchsuchungen durchgeführt. Als Passant*innen das Vorgehen filmten, seien ihnen dies verboten und angedroht worden, Mobiltelefone zu beschlagnahmen. Weiter sollen mehrere Menschen mit Schlagstöcken körperlich angriffen worden sein.
Es ist das jüngste Ereignis in einer Reihe von gewaltsamen Einbrüchen, die bis ins Jahr 2022 zurückreichen und spiegelt laut dem Planeta Manas ein «Muster der Repression gegen unabhängige Kulturräume» wider.
«Wir haben viele lokale und internationale Künstler begrüsst, die für unser Engagement, einen Raum zu schaffen, in dem künstlerisches Experimentieren, kulturelle Gemeinschaftsarbeit und Fürsorge bei einer Menge von überwiegend queeren, transsexuellen, Bipoc und migrantischen Menschen zusammenkommen, bürgen können», teilten die Organisator*innen mit. «Wir möchten wissen, was daran die polizeilichen Massnahmen rechtfertigt.»
Sie fügten hinzu, dass Einsatzkräfte bei der jüngsten Razzia homophobe Beleidigungen gegen Kollektivmitglieder und Veranstaltungsbesucher*innen ausgesprochen hätten.
Eine für den 21. Februar geplante Party wurde vorerst abgesagt. Am folgenden Wochenende soll es aber weiter gehen, im März ist zudem eine Jubiläumsveranstaltung zum achtjährigen Bestehen geplant.
Zudem wurde angekündigt, dass eine Bürger*innenversammlung organisiert werde, um sich mit der «Welle der Polizeigewalt» zu befassen. Dazu gibt es eine Sammelaktion, um die Rechtskosten abzudecken. «Trotz der besten Bemühungen der Polizei organisieren und feiern wir weiter», heisst es weiter. «Wir haben viel durchgemacht, wir werden nicht nachgeben.»
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