«Blinder Hass» – Queere Bar mit Pflasterstein angegriffen
In der Nacht soll ein Unbekannter mit einem Pflasterstein die Glastür einer queeren Bar beschädigt haben.
Berlin am Samstagabend: Gegen 23.30 Uhr soll der Unbekannte einen Stein gegen die Glastür des zum Zeitpunkt gut besuchten Nachtclubs auf dem Sachsendamm geworfen haben. Der Stein beschädigte die Glasscheibe und durchschlug die Tür. Zum Tatzeitpunkt war die Türinnenseite mit einem blickdichten Vorhang verhangen, sodass keine Personen verletzt wurden. Der Tatverdächtige entfernte sich unerkannt vom Tatort.
Die weiteren Ermittlungen wegen des Verdachtes der Sachbeschädigung mit homophoben Hintergrund führt der Polizeiliche Staatsschutz des Landeskriminalamtes
Zahlreiche Politiker haben sich nach dem Vorfall empört gezeigt. «Dass Menschen andere Menschen und deren Schutzräume angreifen, ist nicht hinzunehmen. Tempelhof-Schöneberg steht für Vielfalt, Dialog und ein demokratisches Miteinander», erklärte Bezirksbürgermeister Jörn Oltmann (Grüne). Man werde die Polizei bestmöglich unterstützen.
Der Berliner Queer-Beauftragte Alfonso Pantisano erklärte in den Sozialen Medien seine «tiefe Solidarität» mit den Betreibern und allen Gästen der Bar. «Queere Räume sind kein Freiwild. Sie sind Orte der Begegnung, des Feierns, der Selbstentfaltung und des Respekts - und sie verdienen Schutz und Anerkennung.»
René Powilleit, Landesvorsitzender der LSU Berlin, spricht in einer Pressemitteilung von einem «gezielten Angriff auf unsere Werte». Wer Steine gegen Scheiben werfe, «nimmt Verletzungen und die Einschüchterung einer ganzen Community billigend in Kauf».
Der CDU-Politiker weiter: «Wir lassen nicht zu, dass blinder Hass das Lebensgefühl unserer Stadt vergiftet. Wer unsere Vielfalt angreift, muss die volle Härte des Rechtsstaates zu spüren bekommen.» Denn: «Hass und Intoleranz haben in Berlin keinen Platz!»
In Bremen wurde kürzlich ein Jugendlicher in der Überseestadt von einem Mann sexuell missbraucht. Die Polizei sucht nach Zeug*innen (MANNSCHAFT berichtete).
Helge Fuhst wechselt von «Tagesthemen» zu Springer: Der offen schwule ARD-Journalist sei ein «ausgezeichneter Medienmanager», heisst es dort (MANNSCHAFT berichtete).