Russisches Gericht straft Manga-Plattform wegen LGBTIQ-«Propaganda» ab
Eine Handvoll Comics wird als «nationales Sicherheitsrisiko» eingestuft
Laut Bericht des Portals Mediazona wurde in Moskau die Online-Bibliothek MangaLIB von Richterin Alexandra Anokhina zu einer Geldstrafe verurteilt, weil dort Comics mit queeren Inhalten von User*innen hochgeladen wurden.
Es geht um insgesamt sieben Titel, in denen gleichgeschlechtliche Liebesgeschichten erzählt werden – was als Beispiel für eine «zerstörerische Ideologie» eingestuft wird, wie es heisst.
Die Richterin verhängte demnach Strafen von je zwei Millionen Rubel (zirka 21‘000 Euro) pro veröffentlichtem Comic.
Die hohe Geldstrafe sei Teil einer ganzen Reihe von Aktionen, die seit Beginn des Sommers gegen Ivan Kvast gestartet wurden, dem Manager von MangaLIB, schreibt Mediazona.
Bei MangaLIB handelt es sich um eine grosse russischsprachige Plattform und App, auf der Mangas gelesen und hochgeladen werden können. Als Folge des intensivierten staatlichen Drucks hatte Mangalib bereits kürzlich einen «Beschwerde-Knopf» eingerichtet, so dass Leser*innen vermeintliche «Propaganda»-Verstösse melden können.
Zur Erinnerung: Die Manga-Welt ist voll von queeren und gleichgeschlechtlichen Liebesgeschichten, wie u.a. die jährliche Buchmesse in Leipzig mit ihrer Manga-Sonderhalle deutlich macht (MANNSCHAFT berichtete). Entsprechende Szenarien sind seit langem integraler Bestandteil des Genres und einer der Gründe, warum speziell viele junge Frauen und Queers diese Comics konsumieren.
Sie nun in Russland komplett zu entfernen aus dem Angebot dürfte sich als schwierig erweisen.
Der inzwischen in Russland verbotene Bestseller «Du und ich und der Sommer» mit der Liebesgeschichte von Jura und Wolodja ist inzwischen als Dreiteiler auch auf Deutsch verfügbar (MANNSCHAFT berichtete).
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