Flagge auf halbmast: Italien nimmt Abschied von Valentino
Auch sein Lebensgefährte zeigte sich in Rom
Italien nimmt Abschied von Valentino, einem seiner bekanntesten Modemacher.
Der Sarg des mit 93 Jahren verstorbenen Designers in Rom steht nun für zwei Tage im Gebäude seiner Stiftung in Rom, bedeckt mit einer roten Rose. Auf dem Platz davor weht die italienische Flagge auf halbmast. Als einer der Ersten betrat Valentinos langjähriger Lebensgefährte und Mitarbeiter Giancarlo Giammetti das Gebäude. Viele Menschen reihten sich in eine Schlange ein.
Valentino - mit vollem Namen Valentino Garavani - war am Montag gestorben (MANNSCHAFT berichtete). Der Sarg steht noch bis Donnerstagabend in der Stiftung. Am Freitag findet in der Basilika Santa Maria degli Angeli e dei Martiri in Rom die Trauerfeier statt. Der Italiener gehörte über Jahrzehnte hinweg zu den berühmtesten Modeschöpfern. Mit seinem eleganten Stil hatte er sich in der Modewelt schnell einen Namen gemacht. Seine Markenzeichen waren der Buchstabe V und die Farbe Rot.
1960 gründete er gemeinsam mit Giammetti das Modehaus Valentino. Erfolgreiche Kollektionen folgten in den 1970er- und 1980er-Jahren. Kurz vor der Jahrtausendwende war jedoch auch die Maison Valentino vom Wandel in der Modeindustrie betroffen. Große Anteile wurden verkauft. Valentino zog sich letztlich 2007 aus dem Modegeschäft zurück. Er entwarf nur noch ab und zu Kleider. Zuletzt lebte er zurückgezogen in Rom.
Sehr früh interessierte sich Valentino Clemente Ludovico Garavani - geboren am 11. Mai 1932 im norditalienischen Voghera - für Mode. «Als Junge stellte ich mich schlafend und träumte von Kinostars, von allen schönen Dingen der Welt», sagte er einmal. Seine erste Inspiration war das Hollywood-Musical «Mädchen im Rampenlicht» (1940). «Als ich als 13-jähriger Junge diese einzigartige Schönheit sah, beschloss ich, Kleidung für Damen zu entwerfen.» Noch als Teenager ging er nach Paris und liess sich dort zum Designer ausbilden.
Valentino behauptete, das Geheimnis der Frauen zu kennen. «Ich weiss, was Frauen wollen: Sie wollen schön sein», sagte er einmal in einem Interview. In seinen Kreationen drehte sich daher immer alles um die Schönheit. Hollywood-Schauspielerinnen wie Audrey Hepburn, Elizabeth Taylor oder Rita Hayworth sowie der europäische Adel trugen seine Roben. Später liefen auch Stars wie Julia Roberts, Meryl Streep und Gwyneth Paltrow in den Kleidern des Italieners.
Supermodel Cindy Crawford gehört zu den vielen Promis, die Valentino und seine Designs würdigten. «Er war ein wahrer Meister seines Fachs, und ich werde immer dankbar sein für die Jahre, in denen ich das Privileg hatte, eng mit ihm zusammenzuarbeiten.»
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