«Zurück am heiligen Ort» – Pride-Flagge weht wieder an Stonewall Denkmal
Die Trump-Regierung zwang das Stonewall National Monument – die Geburtsstätte der LGBTIQ-Emanzipationsbewegung –, seine Regenbogenflagge zu entfernen. Doch New York hat das nicht kampflos hingenommen.
Lokale Politiker*innen und Bürger*innen versammelten sich am Donnerstag am Stonewall National Monument in New York City, um die Regenbogenflagge zu hissen: Zuvor hatte das US-Innenministerium sie zuvor am Dienstag entfernen lassen.
«Wir haben die Flagge an einen heiligen Ort zurückgebracht», sagte Brad Hoylman-Sigal, Bezirkspräsident von Manhattan, laut einem Bericht der New York Times. Bundesangestellte hatten am Mittwochnachmittag eine amerikanische Flagge am Fahnenmast gehisst. Am Donnerstagabend wehten beide Flaggen nebeneinander.
Zunächst hatten die Beamt*innen die Pride-Flagge direkt unter der amerikanischen Flagge aufgehängt, doch die Menge rief: «Höher!» Daraufhin hissten einige Anwesende die Regenbogenflagge neben die amerikanischen Flagge, berichtet die Times.
Die Pride-Flagge war gemäss einer neuen Regelung des Innenministeriums vom letzten Monat entfernt worden. Laut der New York Times gab das Ministerium Richtlinien für das Hissen von Flaggen, die nicht von Behörden betrieben werden, in Nationalparks heraus. Diese Richtlinien besagen, dass nur die US-Flagge und vom Kongress genehmigte Flaggen an den Fahnenmasten in Nationalparks gehisst werden dürfen, «mit wenigen Ausnahmen».
Auf der offiziellen Website des Stonewall-Denkmals in New York wurde zuvor schon aus «LGBTQ+» nur noch «LGB». Im Begleittext wurde daraufhin nur noch von Schwulen, Lesben und Bisexuellen gesprochen – die Erwähnung von trans und queeren Personen wurde gelöscht (MANNSCHAFT berichtete).
New Yorks Bürgermeister Zohran Mamdani erklärte: «Ich bin empört über die Entfernung der Regenbogenflagge vom Stonewall National Monument. New York ist die Geburtsstätte der modernen LGBTIQ-Rechtebewegung, und kein Akt der Auslöschung wird diese Geschichte jemals verändern oder zum Schweigen bringen.»
Mamdani weiter: «Unsere Stadt hat die Pflicht, dieses Erbe nicht nur zu ehren, sondern ihm auch gerecht zu werden. Ich werde mich immer für ein New York einsetzen, das in unsere LGBTIQ-Community investiert, ihre Würde verteidigt und jeden einzelnen unserer Mitbürger schützt – ohne Ausnahme.»
2016 hatte Präsident Barack Obama das Stonewall Inn, die Bar, in der Queer in den 1960er-Jahren gegen Polizeigewalt protestierten, zum Nationaldenkmal erklärt und sicherte so dessen Schutz. 2024, kurz vor Trumps Wahlsieg, eröffnete das Stonewall ein neues Besucherzentrum, in dem Besucher*innen mehr über die Geschichte des Ortes erfahren konnten.
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