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Wer in Finnland ungefragt «dick pics» verschickt, soll bestraft werden

In Singapur ist das schon länger Realität

dick pics
Foto: Patrick Mettraux

Wer bei Grindr oder PlanetRomeo unterwegs ist, kennt es: Ungefragt schicken andere User einem Bilder von ihrem (vermeintlich) besten Stück zu. In Finnland soll das sogenannte Cyber Flashing, das Versenden u.a. von «dick pics», künftig mit Gefängnis bestraft werden.

Finnland will das unaufgeforderte Verschicken von Penis-Bildern und anderen expliziten Fotos mit bis zu sechs Monaten Haft bestrafen. Mit dem Gesetzentwurf zu den «dick pics» solle sich nächstes Jahr das Parlament befassen, sagte ein Sprecher des Justizministeriums der Agentur AFP.

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Die Definition von sexueller Belästigung soll demnach erweitert werden und künftig auch «verbale Belästigung, Belästigung durch Bilder oder Nachrichten, das Fotografieren von anderen oder durch Selbstentblössung“ umfassen. Das Strafmass reicht von einer Geldbusse bis hin zur Haft.

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Derzeit setzt der Tatbestand der sexuellen Belästigung nach finnischem Recht Berührungen voraus. Das Verschicken unerwünschter sexueller Bilder kann unter Umständen nach dem Gesetz zur Diffamierung strafrechtlich geahndet werden, dabei wird jedoch die sexuelle Dimension vernachlässigt.

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Studien zufolge ist sexuelle Belästigung im Internet weit verbreitet. Eine Umfrage der Kinderrechtsorganisation Plan International aus diesem Jahr ergab, dass die Hälfte (51 Prozent) der 14. 000 weltweit befragten Mädchen und jungen Frauen im Netz sexuell belästigt wurden. Jede Dritte der 15- bis 25-Jährigen erhielte demnach «sexuelle oder explizite Fotos oder Bilder».

Singapur hat bereits 2019 das Versenden unerwünschter intimer Bilder oder Cyber ​​Flashing als Teil eines massiven Vorgehens gegen sexuelle Belästigung im Internet unter Strafe gestellt. Laut CNN drohen dort bis zu zwei Jahre Haft.

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Die Zahl der Frauen, die von Fremden in Zügen sexuell eindeutige Bilder erhalten, wird trotz eines Anstiegs der Vorfälle kaum gemeldet, wie ITV  im Frühjahr meldete. Berichte über Cyber ​​Flashing an die britische Verkehrspolizei hätten sich in einem Jahr fast verdoppelt, obwohl Aktivist*innen sicher sind, dass die Zahl der betroffenen Frauen viel höher sein dürfte. Trotz des Anstiegs gab es im Jahr 2019 nur eine Festnahme.

«Dick pics» sind das eine, Emojis das andere: Laut einer Studie sollen Menschen, die in ihrer digitalen Kommunikation mehr Emojis verwenden, ein aktiveres Sexleben haben. Das habe mit den Geheimnissen nonverbaler emotionaler Kommunikation zu tun (MANNSCHAFT berichtete).

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