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Queere Vereine zwischen Innovation und Existenznot

Die LAG Queeres Netzwerk Sachsen schlägt Alarm: Die erfolgreiche Arbeit der letzten Jahre sei in Gefahr

Sachsen Koalition
Die LAG Queeres Netzwerk bei einer Veranstaltung in Wurzen (Foto: LAG Queeres Netzwerk)

Sachsens queere Vereine sind von der anhaltenden Corona-Krise schwer betroffen. Das ganze Ausmass zeichnet sich nach einem virtuellen Strategietreffen zwischen Mitgliedern, Vorstand und Fachstelle der Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) Queeres Netzwerk Sachsen jetzt allmählich ab.

«Der Arbeit unserer Vereine ist es zu verdanken, dass es in Sachsen Anlaufstellen für Austausch und Beratung gibt, sich Kultur, Bildungsträger*innen und das Gesundheitswesen für queere Perspektiven öffnen. Diese erfolgreiche Arbeit der letzten Jahre ist jetzt in Gefahr», mahnt der Vorstand der LAG Queeres Netzwerk Sachsen.

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Queere Vereine haben wegen der Corona-bedingten Einschränkungen grosse Sorgen, sie plagen  Unsicherheit und Existenzängste. Ein Grossteil der Aufklärungs- oder Bildungsangebote falle derzeit aus. Die bestehende Arbeit neu zu organisieren oder konzeptionell anzupassen braucht Zeit.

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Britta Borrego, geschäftsleitende Bildungsreferentin der Landesarbeitsgemeinschaft, erklärt: «Unsere Mitglieder arbeiten fieberhaft daran, die Angebote qualitativ hochwertig aufrecht zu erhalten. Gleichzeitig macht sich schon jetzt ein steigender Beratungsbedarf bemerkbar. Das erhöht den Druck zusätzlich.»

 

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Mittel- und langfristig würden vor allem die finanziellen Sorgen zunehmen. In der unsicheren Lage können die projektbezogenen Eigenmittel kaum erbracht werden. Bewährte Einnahmequellen fielen durch abgesagte Veranstaltungen weg. Gleichzeitig zeichneten sich schon jetzt neue Verteilungsdebatten angesichts einbrechender Steuereinnahmen ab.

«Die Angst vor Kürzungen oder Förderentzug ab 2021 wächst. Wir rechnen dabei mit heftigen gesellschaftlichen Debatten darum, ob sich unsere Demokratie queeres Engagement künftig noch leisten will», so der LAG-Vorstand.

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Gleichstellungs- und Antidiskriminierungsarbeit ist kein Luxus.

Borrego ergänzt: «Unsere Gleichstellungs- und Antidiskriminierungsarbeit, ist kein Luxus, den sich Sachsen nur in wirtschaftlich guten Zeiten leisten kann. Als Querschnittsthema sind LGBTIQ-Rechte Menschen ein Gradmesser für den Zustand unserer Demokratie.»

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