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Schwules Elternpaar baut Heim für obdachlose LGBTIQ-Jugend

Queere Jugendliche sind doppelt so oft von Obdachlosigkeit betroffen wie ihre heterosexuellen Altersgenossen

LGBTIQ obdachlos
Helfen, wenn LGBTIQ obdachlos werden: Brad und Nick Schlaikowski (Foto: Today/Screenshot)

Oft werden in den USA junge LGBTIQ obdachlos: Das Ehepaar Brad und Nick Schlaikowski hat Courage MKE gegründet, die erste Unterkunft im US-Bundesstaat Wisconsin. Sonst müssten die Jugendlichen in staatlichen Häusern oder auf der Strasse schlafen.

Die beiden Männer haben vier Kinder zusammen: drei aus Brads früherer Ehe und Ivy, ihre Adoptivtochter, die sie seit 2015 pflegen. Als das Paar anfing, sich um ein Pflegekind namens Annette zu kümmern, stellten die Männer fest, wie dringend LGBTIQ-Jugendliche Wohnmöglichkeiten benötigen. In New York wurde ein Obdachlosenheim für LGBTIQ-Jugendliche mit Geld finanziert, das der «Golden-Girls»-Star Bea Arthur für diesen Zweck hinterlassen hatte (MANNSCHAFT berichtete).

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Ihre Pflegetochter Annette war von den leiblichen Eltern rausgeschmissen worden, nachdem sie sich als Lesbe geoutet hatte – in Frauenhäusern hatte sie sich nicht willkommen gefühlt. Sie ist eine von zahlreichen obdachlosen LGBTIQ-Jugendlichen. Sie sind doppelt so häufig obdachlos wie ihre heterosexuellen Altersgenossen und machen 40 % aller obdachlosen US-Teenager aus.

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«Bis wir Pflegeeltern wurden, hatten wir keine Ahnung, wie viele Kinder in Milwaukee nicht jede Nacht bei ihren Eltern schlafen», erklärte Brad gegenüber Today. «Ich kann es nicht fassen, dass manchen hinter einem Müllcontainer schlafen müssen, wenn es minus 20 Grad draussen ist», so der engagierte Vater. «Ich möchte, dass sie wissen, dass es eine Tür gibt, wo sie anklopfen können und eine warme Mahlzeit, eine Dusche sowie ein weiches Kissen zum Schlafen bekommen.»

Also beschloss das Paar vor vier Jahren, ein Heim für obdachlose queere Jugendliche zu eröffnen. Nach sechs Monaten Haussuche und Spendenbeschaffung kauften sie schliesslich im Februar 2018 ein Haus in Milwaukee. Es sollte im September 2018 eröffnen, doch notwendige Reparaturen und Renovierungen verzögerten alles. Die Baumarkt-Kette Lowe spendete Vorräte und schickte Freiwillige, um das Paar zu unterstützen.

Trotz der Hilfe musste das Paar aber noch vieles selbst erledigen, neben ihren Vollzeitjobs und neben familiären Aufgaben. Darüber hinaus benötigten sie Geld, um Rechnungen, Mitarbeiter*innen und andere Betriebskosten tatsächlich zu bezahlen. Bei der jährlichen Spendengala von Courage MKE im November 2018 sprachen die Eltern von Matthew Shepard und halfen der Organisation, etwas mehr als 70.000 US-Dollar aufzubringen (der Student wurde vor 21 Jahren getötet – MANNSCHAFT berichtete).

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Das Haus erhielt schliesslich die Genehmigung von der städtischen Baubehörde. Als die ersten betroffenen Teenager Wind von der Eröffnung des Courage House bekamen, begannen sie sofort, dem Paar Mails zu schicken. Nun, da das Haus in Betrieb ist, ist es mit fünf jungen Leuten voll besetzt.

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Bei der diesjährigen Pride-Veranstaltung in ihrer Stadt erhielten die Schlaikowskis einen Scheck über 10.000 Dollar, mit dem sie ein zweites Haus für obdachlose queere Jugendliche eröffnen können. Derzeit suchen sie einen Ort, an dem mehr junge LGBTIQ-Leute untergebracht werden können.

Dazu kommt, dass die Finanzierung der Schulen im Bundesstaat Wisconsin über Jahre hinweg gekürzt wurde. Gay Straight Alliances (GSA) seien mit die ersten, die ihre Finanzierung aus ihren Schulbezirken verlören. Auf monatlicher Basis gewährt Courage MKE einer GSA bis zu zwei Stipendien, um sicherzustellen, dass sie weiterhin in ihren Schulgemeinschaften helfen können.

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