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20 Jahre nach Wowereit – Ein schwuler Klaus will Berlin regieren

Klaus Lederer ist Spitzenkandidat für Die Linke

klaus lederer
Foto: Facebook/Klaus Lederer

Eine Überraschung ist es nicht, dennoch steht seit Dienstag fest: Klaus Lederer zieht 2021 für Die Linke in den Berliner Wahlkampf. Er könnte nach Wowereit der zweite offen schwule Regierende werden.

«Das Schöne an Berlin ist, dass unsere Stadt nicht glattgebügelt ist», erklärte Klaus Lederer. Es gehe deshalb auch künftig darum «die Stadt so weiterentwickeln, dass ihre Vielfalt erhalten bleibt, die Freiräume geschützt werden, in denen Menschen ihr Glück finden».

Klaus Lederer
Klaus Lederer am MANNSCHAFT-Stand im Rahmen der Lesbisch-schwulen Strassenfestes 2019, mit Kriss Rudolph (Foto: privat)

«In Zeiten der Bewältigung der Corona-Folgen ist unser solidarischer Politikansatz noch einmal von höherer Bedeutung, die Herausforderungen ungleich grösser – aber wir stemmen sie zusammen», schrieb Klaus Lederer am Dienstagabend auf Facebook. «Als Bürgermeister und Senator für Kultur und Europa leiste ich meinen Beitrag. Ich danke meinem Landesverband Die Linke. Berlin für das Vertrauen, mich als Spitzenkandidat vorzuschlagen.»

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Damit könnte 20 Jahre nach Klaus Wowereit (SPD) wieder ein offen schwuler Politiker Regierender Bürgermeister von Berlin werden, diesmal von Die Linke. Während es bei dem SPD-Politiker im Jahr 2001 noch eine mittelgrosse Sensation war und Friedrich Merz (CDU) zu dummen Sprüchen veranlasste (MANNSCHAFT berichtete) – Wowereit hatte sich erst kurz vor der Wahl mit den Worten «Ich bin schwul und das ist auch gut so» geoutet –, war Lederer bereits offen schwul, als er in die Politik in. Er setzte sich u. a. in der Hauptstadt dafür ein, dass die schwule Bar Hafen im Regenbogenkiez Schöneberg erhalten blieb (MANNSCHAFT berichtete).

Über sein Coming-out sagte Lederer einst dem Tagesspiegel, das sei ganz «unproblematisch» gelaufen. «Ich hab irgendwann gemerkt, dass ich einen Jungen ganz hübsch fand. Das hat mich einen Augenblick lang beschäftigt, doch dann habe ich akzeptiert, dass das nun mal so ist.» Im Familien- und Freundeskreis sei das kein Thema gewesen.

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Bereits 2003 im Alter von 29 Jahren zog der gebürtige Schweriner ins Abgeordnetenhaus, dem er bis 2017 angehörte. Von 2005 bis 2016 war er Landeschef seiner Partei, die zunächst noch PDS hiess. Als sein Markenzeichen gilt seine Art, schnell zu denken und zu reden.

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Die Linke war aus der Abgeordnetenhauswahl 2016 als drittstärkste Partei hinter SPD, CDU und knapp vor den Grünen hervorgegangen. Derzeit hat Rot-Rot-Grün Umfragen zufolge weiter eine Mehrheit, allerdings sind die Grünen stärkste Partei. Bei den derzeitigen Koalitionspartner*innen treten Frauen an: Der SPD-Landesvorstand nominierte erst vor wenigen Tagen die Bundesfamilienministerin und frischgebackene Parteichefin Franziska Giffey. Für die Grünen geht  die frühere Landesvorsitzende Bettina Jarasch ins Rennen.

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