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Sophie Hunger – Molecules

Nach dem Erscheinen ihres letzten Albums «Supermoon» (2015), das in der Deluxe Edition mit Songs wie «Spaghetti mit Spinat» oder «Weltmeister» aufwartete, lag Sophie Hunger der Mainstream zu Füssen. Aus ihr hätte eine neue Joy Denalane oder ein Popstar wie Balbina werden können, und doch entschied sich die gebürtige Bernerin, beim Nachfolger «Molecules» auf alles verzichten, was auch nur im Entferntesten nach Charttauglichkeit hätte klingen können. Konsequent. Aber so ist sie, unsere Frau Hunger. Sobald sich ein Käfig aus Monotonie oder Erwartungsdruck um sie zu formen droht, biegt sie auch schon heftig an dessen Stäben. Befreit von sämtlichen Konventionen lässt es sich eben deutlich kreativer sein. Für «Molecules» richtet sie den Blick nun auf ihr privates Seelenleben. Auf die eigenen Dämonen und Gedanken, die sie sich vorher nie zu formulieren gewagt hatte. Ein Umzug nach Berlin und das Eintauchen in das hedonistische Nachtleben der Stadt taten ihr Übriges, wodurch das Album ungewohnt düster und elektronisch klingt. Statt des für sie typischen Sprachmix aus Deutsch, Englisch, Französisch und Schwyzerdütsch, singt sie, mit Ausnahme weniger kurzer Zeilen, rein auf Englisch und tauscht Klavier, Gitarre und Schlagzeug zu grossen Teilen gegen Synthesizer ein. Zwar ist die Schweizerin nicht die erste, die auf diese Idee gekommen ist, doch beherrscht sie den stilistischen Spurwechsel, wie nur wenige vor ihr. Nehmen wir also Fahrt auf und folgen Sophie Hunger in ihr atmosphärisches Klanguniversum.

– Sopie Hunger «Molecules», erschienen am 31.08.2018 (Caroline International / Universal Music)

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