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Über 250.000 Menschen demonstrieren bei Regenbogenparade in Wien

«Ein wunderschönes Lebenszeichen der LGBTIQ-Community», so die Organisatorin der Pride

Vienna Pride
Foto: Twitter/Sebastian Pay

Über 250.000 demonstrierten an diesem Samstag bei der Regenbogenparade für die Rechte und die Akzeptanz von LGBTIQ. «Ein wunderschönes Lebenszeichen der LGBTIQ-Community», so Katharina Kacerovsky-Strobl, Organisatorin von Vienna Pride.

«Diese erste normale Regenbogenparade seit Beginn der Pandemie war als grösste Demonstration Österreichs ein voller Erfolg. Und immer mehr Menschen gehen mit uns gemeinsam auf die Strasse, die nicht selbst Teil der LGBTIQ-Community sind, aber so wie wir für Gleichberechtigung und Respekt für alle eintreten, einfach deshalb, weil das die Gesellschaft ist, in der sie leben wollen», so Kacerovsky-Strobl, die für MANNSCHAFT+ mit dem ersten trans Mann im Vorstand der Zurich Pride über die Herausforderungen von Prides diskutierte.

SPÖ-Mann Mario Lindner sprach bei Twitter sogar von 300.000 Menschen und «der grössten Regenbogenparade aller Zeiten».

Man habe diesmal das Motto ‚Pride against hate – make love, not war‘ bewusst gewählt, so Kacerovsky-Strobl weiter (MANNSCHAFT berichtete). «Denn um auch selbst mit anderen solidarisch zu sein, unterstützen wir LGBTIQ-Aktivist*innen, die aus der Ukraine flüchten mussten. Diese sitzen jetzt vor allem in Polen fest, dem für LGBTIQ-Menschen vielleicht unsichersten EU-Land. Wir fordern, dass diese auch in anderen EU-Staaten Aufnahme finden können!»


Ann-Sophie Otte, Obfrau der HOSI Wien, die die Regenbogenparade organisiert, erklärte: «Dabei ist auch in Österreich noch einiges zu tun. Es ist zum Beispiel immer noch legal, Lesben, Schwulen und Bisexuellen eine Taxifahrt oder sogar eine Wohnung zu verweigern. Dieselbe Diskriminierung aufgrund der Hautfarbe ist aber zurecht verboten. Hier wird also ausgerechnet beim Schutz vor Diskriminierung diskriminiert.» Das müsse sich ändern.

Aber es gebe auch noch weit dramatischere Probleme: «Intergeschlechtliche Kinder, also solche, die biologisch nicht eindeutig Buben oder Mädchen sind, werden oft immer noch ohne medizinische Notwendigkeit operiert, mit immer wieder schweren körperlichen und psychischen Folgen. Das ist nichts anderes als legalisierte Genitalverstümmelung und muss endlich verboten werden.»

Hier hat Hass und Diskriminierung keinen Platz.

Vizebürgermeister Christoph Wiederkehr, der die Unterstützung von Vienna Pride durch die Stadt Wien verantwortet, erklärte: «Lasst uns die Liebe feiern. In der Regenbogenhauptstadt Wien leben wir Vielfalt und gegenseitigen Respekt – hier hat Hass und Diskriminierung keinen Platz. Es gibt nichts Schöneres als echte Liebe, daher sage ich ganz klar: Lebe deine Liebe!»


Und auch Bürgermeister Michael Ludwig stellt sich klar an die Seite der LGBTIQ-Community: «Nach wie vor sind queere Menschen von Gewalt und Diskriminierung betroffen – weltweit, aber auch in Österreich. In Wien setzen wir jährliche klare Zeichen für Solidarität, Akzeptanz und Sichtbarkeit. Ob Beflaggung der Amtsgebäude, Regenbögen im öffentlichen Raum, oder spezifische Angebote und Veranstaltungen – in unserer Regenbogenhauptstadt sollen sich die Menschen sicher und gesehen fühlen. In Wien gibt es keinen Platz für Hass und Ausgrenzung. Dafür arbeiten wir in der Stadtregierung jeden Tag.»

Mit diesem grossen Erfolg sei eine gute Grundlage für die kommenden Jahre gelegt. Karl Kreipel, Einsatzleiter der Regenbogenparade und Queero-Gewinner beim ersten MANNSCHAFT-Voting, betont, dass dieser Erfolg das Werk von vielen sei: «Wir danken der LGBTIQ-Community und ihren zahlreichen Organisationen, die wesentliche Teile des Programms bestreiten, der Stadt Wien, die unverbrüchlich an der Seite der Community steht und die Vienna Pride auch in Krisenzeiten tatkräftig unterstützt, unseren Kooperationspartner*innen und – last but not least – den über 100 ehrenamtlichen Mitarbeiter*innen, die Vienna Pride und die Regenbogenparade überhaupt erst ermöglichen.»


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