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Schwuler Chat analog:
10 Kontaktanzeigen aus den 1970ern

Wer kann sich noch an Chiffre-Anzeigen erinnern?

Kontaktanzeigen
Kontaktanzeigen waren oft die einzige Möglichkeit, andere Gleichgesinnte zu finden.

Wer vor dem Internet andere queere Männer kennen lernen wollte, brauchte Zeit. Und viel Geduld. Ein Blick zurück mit dem Basler Schwulenpapst Peter Thommen.

Mit dem Smartphone und den entsprechenden Apps chattet man binnen weniger Augenblicke mit anderen Queers auf der ganzen Welt. Ob links oder rechts wischen oder ewig nach unten scrollen: Die endlose Auswahl an Profilen ist so selbstverständlich geworden, dass Vereinsamung und Onlinesucht zu echten Problemen geworden sind.

Das war natürlich nicht immer so. Vor dem Internet waren Bars und Treffpunkt eine der wenigen Möglichkeiten, LGBTIQ-Gleichgesinnte zu finden. Eine Alternative waren Kontaktanzeigen in Magazinen für schwule Männer. Eine zugeteilte Chiffre-Nummer garantierte die Anonymität. Wer sich kurz halten konnte, war klar im Vorteil: Anzeigen wurden nach Zeile, manchmal sogar nach Schriftzeichen abgerechnet.


Peter Thommen, auch bekannt als der Schwulenpapst von Basel, eröffnete 1977 den schwulen Bücherladen «Arcados» und vertrieb diverse Kontaktmagazine, die grösstenteils aus Deutschland stammten, darunter auch die Zeitschrift him.

Wenn die schwule Abschleppkultur zur Sucht wird

«Wer auf eine Anzeige antworten wollte, musste erst einen Brief schreiben, ihn in einen Umschlag stecken und zukleben. Dann kam die Chiffre-Nummer darauf und dazu die Briefmarke. Das Ganze nochmals in einen Umschlag, der an die Verlagsadresse zu adressieren und zu frankieren war», sagt Thommen gegenüber MANNSCHAFT. «Dann kam das lange Warten auf eine Antwort des Verfassers des Inserats. Das dauerte mindestens ein paar Tage, je nachdem, wie der Verlag der Zeitschrift die Vermittlung abwickelte. Ins Ausland konnte das Wochen dauern.»

Ähnlich umständlich ging es mit dem Versenden der Bilder. Wie verschickte man vor der Digitalfotografie sein Dick-Pic? «Zu jener Zeit gab es spezielle Fotolabors, die Nacktaufnahmen mit der nötigen Diskretion entwickelten. Natürlich konnte man seine Fotos auch von einem Freund machen lassen», erklärt Thommen. Der heute 71-Jährige hatte nur eine handvoll solcher Kontakte in der Schweiz, die aber über Deutschland führten, wo him veröffentlicht wurde.


Mit der Eröffnung seines Bücherladens lancierte Thommen auch einen eigenen Kontaktanzeiger. Die Anzeigen verschickte er kopiert und gefaltet an die Schwulenbars zum Auflegen. «Viele Gays bedauern, dass es diese Kontaktanzeigen nicht mehr gibt, vor allem die Älteren natürlich.»

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