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Polizei stoppt feministische Demo wegen Pyrotechnik

Es ging um die Rückeroberung der Nacht für «Frauen, Lesben, Inter- und Transsexuelle»

Demo
«Wir teilen denselben Schmerz, dieselbe Wut!» (Foto: Screenshot/RBB24)

Mit deutlich mehr Teilnehmenden als angekündigt ist die feministische Demonstration «Take Back the Night» am Samstagabend durch Berlin gezogen.

Nach Angaben der Polizei beteiligten sich rund 2500 Menschen – überwiegend Frauen – an dem Protestzug, der nach einer Kundgebung im Mauerpark gestartet war. Angemeldet seien 600 gewesen, sagte eine Polizeisprecherin.

Die Polizei hatte allerdings mit mehr Teilnehmenden und einer aufgeheizten Stimmung gerechnet nach Erfahrungen in der Vergangenheit. Ein grosses Aufgebot der Polizei begleitete die Demonstration.

Kurz nach Beginn des Protestzuges wurden in der Rheinsberger Strasse Pyrotechnik gezündet und Flaschen geworfen. Die Polizei stoppte daraufhin den Aufzug. «Es gab eine Ansage, dies zu unterlassen», erklärte die Sprecherin.


Wenig später konnte die Demonstration weiterziehen, deren Ziel der Alexanderplatz ist. Allerdings kam es bereits nach kurzer Zeit in der Torstrasse zu dem nächsten Stopp. Nach Beobachtungen eines dpa-Reporters zog die Polizei eine Person aus dem Aufzug und entfernte einige Transparente.

Ziel der Veranstalterinnen war die Rückeroberung der Nacht für «Frauen, Lesben, Inter- und Transsexuelle». Die Teilnehmenden riefen laute Parolen wie etwa wie «Whose streets? Our streets!» oder «kein Gott, kein Staat, kein Patriarchat», «Die Strasse gehört uns».

Am Sonntag folgen in Berlin eine ganze Reihe von Demonstrationen: Von der Hauptkundgebung des Deutschen Gewerkschaftsbundes zum Tag der Arbeit am Mittag über Motorrad- oder Fahrrad-Korsos bis zu Protesten gegen Corona-Massnahmen. Die besondere Aufmerksamkeit der Polizei gilt der Demonstration linker und linksradikaler Gruppen mit dem Titel «Revolutionärer Erster Mai» am Abend in Neukölln. Es wird mit 5000 bis 20 000 Teilnehmer*innen und möglichen Gewaltausbrüchen gerechnet.


«Natürlich wissen wir, dass es zu Gewalt kommen kann und höchstwahrscheinlich auch kommen wird», sagte Innensenatorin Spranger (SPD) dem RBB. Die Polizei verfolge die Strategie der ausgestreckten Hand, schreite aber «natürlich massiv ein, wenn es zu Ausschreitungen kommen sollte.»


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