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Trauer um Kim Friele – Lesbische Aktivistin verstorben

Sie wurde 86 Jahre alt

kim friele
Foto: Facebook/Jonas Gahr Støre

Sie war Norwegens vorderste Kämpferin für die Rechte von Homosexuellen: Die Aktivistin und Autorin Kim Friele ist im Alter von 86 Jahren gestorben.

Sie sei am Montagabend friedlich eingeschlafen, teilte ihre engste Verwandte, Else Hendel, der norwegischen Nachrichtenagentur NTB mit. Hendel ist die Grossnichte von Wenche Lowzow, mit der Kim Friele verheiratet war, ehe Lowzow 2016 gestorben war.

Die am 27. Mai 1935 im westnorwegischen Bergen geborene Friele hiess mit Vornamen eigentlich Karen-Christine, wurde aber unter ihrem Spitznamen Kim bekannt. Sie war eine der ersten Personen, die in Norwegen 1963 öffentlich zu ihrer Homosexualität standen. Grosse Teile ihres Lebens widmete Friele dem Kampf für die Homosexuellenrechte. Sie war federführend daran beteiligt, dass der zuvor unter Strafe stehende sexuelle Umgang zwischen Männern im Jahr 1972 in Norwegen entkriminalisiert wurde.

Für ihren Einsatz wurde Friele mehrmals ausgezeichnet, darunter als Ritterin erster Klasse des Sankt-Olav-Ordens. Er wurde 1847 König Oskar I. von Schweden und Norwegen gestiftet und ist der dritthöchste Orden des Landes.


«Norwegen wäre ohne Kim Friele nicht das Norwegen, das wir kennen, und ich wäre nicht ich gewesen», sagte die ebenfalls lesbische Kultur- und Gleichstellungsministerin Anette Trettebergstuen der NTB.

Ministerpräsident Jonas Gahr Støre schrieb auf Facebook zu einem Bild mit Friele, er gedenke ihr mit tiefer Dankbarkeit. Sie habe die Gesellschaft freigiebiger und inklusiver gemacht. «Danke für alles, was du warst und alles, was du getan hast, Kim.»

Auch Unicef und das Nationalmuseum nahmen Abschied von der Aktivistin: «Vielen Dank für den wichtigen Kampf, den du geführt hast, und dafür, dass du dazu beigetragen hast, eine inklusivere Gesellschaft zu schaffen. Danke für deinen Mut. Du wirst nie vergessen werden», heisst es im Tweet des Museums.


Seot 2020 erhalten queere Geflüchtete in Norwegen Vorrang. Bisher wurden vor allem gefährdete Frauen und Kinder bevorzugt behandelt (MANNSCHAFT berichtete). In ihrem Jahresbericht für 2019 führt ILGA Europe Norwegen auf dem fünften Platz (MANNSCHAFT berichtete), einschliesslich einer Bewertung von 84% für Asylfragen.


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