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Petra de Sutter wird Belgiens erste trans Ministerin

Die Grüne wird zur ranghöchsten trans Politikerin Europas ernannt

trans Ministerin
Bild: Facebook/PetraDeSutter

Petra de Sutter ist die erste trans Ministerin Belgiens. Am Wochenende wurde sie zusammen mit den neuen Kabinettsmitgliedern vereidigt.

Lange hat es gedauert, 16 Monate hat Belgien um eine Regierungskoalition gerungen. Nun ist es soweit, sieben Parteien haben sich auf eine «Vivaldi-Koalition» geeinigt. Grün, rot, orange und blau – wie die «Vier Jahreszeiten» des bekannten Komponisten – bilden die neuen Regierungsparteien Grüne, Sozialisten, Christdemokraten und Liberale ab.

Am Wochenende wurden die neuen Kabinettsmitglieder vereidigt. Das Amt angetreten hat auch Petra de Sutter von den Grünen. Die 57-Jährige ist die erste trans Ministerin des Landes und zudem eine der acht stellvertretenden Minister*innen. Sie wird für die Angelegenheiten der Beamt*innen der öffentlichen Betriebe zuständig sein.

Die promovierte Biomedizinerin und Gynäkologin war vor ihrem Amtsantritt Professorin und Forscherin an der Universität von Gent. 2004 hat sie mit der Transition begonnen und wurde zur Aktivistin. In ihrem Buch «(Über)leben» berichtet de Sutter von ihren Erlebnissen während dieser Zeit.


Im Tweet von der Vereidigung schreibt de Sutter: «Ich bin stolz darauf, dass in Belgien und den meisten EU-Ländern meine Geschlechtsidentität mich nicht als Person definiert und kein Thema ist.» Sie hoffe, dass ihre Ernennung eine Debatte in den Ländern anstosse, in denen dies noch nicht der Fall sei. De Sutter ist wichtig, nicht auf ihren trans Hintergrund reduziert zu werden.

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Während ihrer Zeit im belgischen Senat setzte sie sich für die Reform der trans Rechte ein, aber auch für eine progressive Gesetzgebung bei der Fortpflanzungsmedizin. In einem Interview mit der Plattform Sisters of Europe sprach sie zudem über ihr Engagement für Gleichstellung, ein sozialeres Europa und eine bessere Klimapolitik. Letzteres ist der Grund, weshalb sie für die Grünen antrat und Politikerin wurde.

Belgien hatte bereits 2011 mit Elio di Rupo den ersten offen schwulen Premierminister Europas. Aus LGBTIQ-Sicht steht das Land gut da. Allerdings gab es im August Meldungen von Hassangriffen auf Schwule in Belgien (MANNSCHAFT berichtete). Es hat aber laut dem deutschen Bundesverband Trans* eine gute Menschenrechtslage. Es ist also nicht verwunderlich, dass das sonst zerstrittene Land bei den trans Rechten zu den progressivsten Staaten der EU gehört. In Deutschland strebt mit Tessa Ganserer die erste trans Person einen Bundestagssitz an (MANNSCHAFT berichtete).



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