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Tessa Ganserer strebt Wechsel in die Bundespolitik an

Im Kampf für ein reformiertes Transsexuellengesetz will die Nürnberger Grünen-Politikerin in den Bundestag wechseln

Tessa Ganserer
Tessa Ganserer (Foto: Twitter)

Knapp zwei Jahre ist es her, dass die Grünen-Politikerin sich als trans geoutet hat. Sie ist die erste trans Abgeordnete in einem deutschen Landesparlament. 2021 will sie in die Bundespolitik wechseln.

Sie sei «sehr oft gefragt worden, ob ich nicht nach Berlin will, dass ich doch eigentlich nach Berlin gehen müsste»,, erzählte Tessa Ganserer jetzt im Interview mit Nordbayern. Nicht dass sie sich in Bayern und im Landtag dort nicht wohlfühle. Dort sitzt sie seit 2013 und ist mittlerweile queerpolitische Sprecherin ihrer Fraktion.

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«Ich laufe in Bayern nicht vor irgendetwas weg», versichert Ganserer. Sollte es mit dem Wechsel nach Berlin nicht klappen, dann werde sie ihr Themen weiter im Landtag vertreten. Dazu gehört die Forderung, das Transsexuellengesetz zu reformieren. «Die Regierung in Berlin hat bisher überhaupt nichts Vernünftiges auf den Weg gebracht», schimpft die Grünen-Politikerin.

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Das in Deutschland geltende Transsexuellengesetz wird auch von von Oberstleutnant Anastasia Biefang kritisiert. Sie sagt: «Ich brauche keinen Staat, der mich vor mir selbst schützt» (MANNSCHAFT berichtete).

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Tessa Ganserer gab in dem Interview auch bekannt, dass sie offiziell «als austherapiert gelte», – auch wenn sie den Begriff nicht mag. Denn was eine Therapie solle, erschliesse sich ihr nicht. Und wohl auch ihrer Therapeutin nicht. Denn: «Transsexualität ist nicht therapierbar» – und auch keine Krankheit: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat vor zwei Jahren angekündigt, die Pathologisierung von trans Personen zu beenden. «Transsexualität» und andere Diagnosen in Zusammenhang mit trans Identitäten sollen aus dem Katalog der psychischen Krankheiten gestrichen werden (MANNSCHAFT berichtete).

Nachdem kürzlich im ungarischen Parlament ein Gesetz verabschiedet wurde, nach dem beim Standesamt künftig nur noch das «Geschlecht zur Geburt» erfasst werden soll, schrieb Ganserer in ihrem Gastbeitrag für MANNSCHAFT, man sollte den Hebel bei den Wirtschaftsbeziehungen zu Ungarn ansetzen.

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Seit gut elf Jahren weiss Ganserer, dass sie eine Frau ist. Das Schlüsselerlebnis war, als sie einfach ein Kleid ihrer Ehefrau anzog und es sich nicht nach Fetisch, sondern sofort einfach richtig anfühlte. Zwei Jahre später offenbarte sie sich ihrer Ehefrau.

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Ganserer ist froh, dass sie sich heute nicht mehr scheiden lassen muss, um ihre Transidentität zu leben, wie es früher der Fall war – dank ihrer vielen Vorkämpferinnen, denen sie sehr dankbar ist (MANNSCHAFT berichtete).

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