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München soll riesige Regenbogenflagge auf Theresienwiese bekommen

Laut Antrag der Fraktion Die Grünen / Rosa Liste soll das Kunstprojekt «weltweit Aufsehen erregen»

Trevor Project
Foto: Delia Giandeini/Unsplash

In einem Antrag will die Fraktion Grüne/Rosa Liste prüfen lassen, ob die asphaltierten Flächen auf der Münchner Theresienwiese für ein riesiges Kunstprojekt für die Sichtbarkeit von Vielfalt genutzt werden könnten: Auf bis zu 5000 Quadratmetern Asphalt soll eine überdimensionierte Regenbogenflagge entstehen.

«Die Sichtbarkeit von gesellschaftlicher Vielfalt hat während der Pandemie extrem gelitten. Städtische Aushängeschilder für die Akzeptanz von LGBTIQ-Menschen, wie der CSD und das Hans-Sachs-Strassenfest, sind 2020 ausgefallen. Vermutlich auch 2021. Für zivilgesellschaftliche Einrichtungen der Community war und ist das besonders schwierig», erklärte Fraktionssprecherin Meike Thyssen in einer Pressemitteilung.

Ihr Co-Sprecher Arne Brach, Initiator des Antrags im Bezirksausschuss (BA) Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt, misst dem Projekt gar internationale Bedeutung bei: «In Europa gibt es queerfeindliche, politische Kräfte, die Lesben, Schwule, Bisexuelle, trans und inter Menschen in die Unsichtbarkeit drängen und entrechten. Gerade München, der Weltstadt mit Herz, stünde so ein Bekenntnis gut zu Gesicht, das mit Sicherheit weltweit Aufsehen erregen würde.»


Die Akzeptanz von Vielfalt sei für München eine Selbstverständlichkeit, heisst es in dem Antrag. «Zu Pandemiezeiten war und ist deren Sichtbarkeit nahezu untergegangen ohne CSD und Strassenfeste wie dem Hans-Sachs-Strassenfest. Ein Kunstprojekt, das auch mit Sponsor*innen umsetzbar und damit finanziell für die Kommune potentiell wenig belastend wäre, wäre einen Pau-kenschlag, ein international beachtetes Statement für die Akzeptanz von Vielfalt. Da, wo sonst das größte Volksfest der Welt steht, auf weltberühmtem Boden, könnte die grösste dauerhaft installierte Rainbowflag der Welt erstrahlen.» Vorgesehen ist dafür die trans- und PoC-inklusive Version der Flagge. Auch ein zeitlich begrenztes Projekt wäre denkbar, sollte eine dauerhafte Installation nicht möglich sein.

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Idealerweise soll es bis zur Pride-Saison fertig sein, erklärt Brach gegenüber MANNSCHAFT: «Ich hoffe, dass die Verwaltung die internationale Wirkung des Projekts begreift und trotz der Projektgrösse etwas Gas gibt mit einer Einschätzung und Entscheidung.» Der Antrag soll am kommenden Montag im Unterausschuss behandelt werden.

Die Fraktion versteht die Aktion auch als Support für die Bewerbung Münchens um die Gay Games 2026, dem grössten sportlichen Wettkampf für die internationale LGBTIQ-Community. Die Federation of Gay Games hatte Anfang Februar bekanntgegeben, dass München es in die letzte Auswahlrunde geschafft hat.


Andreas Klose, Queer-Beauftragter des Bezirksausschusses 2, erklärte, er würde sich über den Rückenwind freuen: «Viel klarer kann eine Stadt nicht zeigen, wie wichtig ihr Offenheit für buntes Leben ist.» Auch BA-Mitglied und Stadtrat Beppo Brem, der die Bewerbung Münchens um das Mega-Sport-Event mit initiiert hat, ist sich sicher, dass «eine Regenbogen-Flagge in diesem Ausmass der Jury deutlich zeigt: München will die Gay Games 2026 unbedingt austragen!»

Die Kosten für so ein Mega-Projekt liessen sich auch mit Sponsoring decken, glaubt Fraktionssprecher Brach. Er nennt als Beispiel die Möglichkeit, sich einzelne Quadratmeter zu ersteigern, oder dafür Patenschaften zu erwerben. In der Vergangenheit hatte der BA mehrfach vergeblich versucht, während der CSD-Woche einige Zebrastreifen im Glockenbachviertel in Regenbogenfarben einfärben zu lassen und so für Sichtbarkeit zu sorgen. Das KVR lehnte ab. (Auch in Köln ist die Stadtverwaltung gegen bunte Zebrastreifen – MANNSCHAFT berichtete)

Der BA-Vorsitzende Benoît Blaser erklärter «Uns ist die dauerhafte Sichtbarkeit ein echtes Anliegen, deswegen werde wir nicht müde. Wenn die Stadt meint, auf offiziellen Verkehrsflächen wäre eine deutliche farbliche Markierung eine Gefährdung für den Strassenverkehr, geben wir uns im Zweifel auch mit einer anderen asphaltierten Fläche zufrieden, dann aber in gross und dauerhaft!»


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