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Keine Lockerung mehr beim Blutspendeverbot für MSM in 2020

Die Rückstellfrist für MSM soll möglicherweise von 12 auf vier Monate verkürzt werden

Blutspendeverbot
Symbolbild: iStockphoto

Schwule und bisexuelle Männer sollen in Deutschland schon bald einfacher Blut spenden können. Die Bundesregierung plant, das Quasi-Blutspendeverbot für MSM deutlich zu lockern. Das verzögert sich aber.

Vergangene Woche gab es das erste Treffen des Arbeitsgruppe «Blutspende von Personen mit sexuellem Risikoverhalten». Ergebnis: Man hat noch keine «Neubewertung der Auswahlkriterien» treffen können und vertröstet auf Ende Januar. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung  (PDF) auf eine Anfrage des LGBTI-Sprechers der FDP, Jens Brandenburg, hervor.

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Brandenburg bekräftigt nun seine Kritik am Blutspendeverbot für MSM. «Das unsinnige Blutspendeverbot für homo- und bisexuelle Männer hält sich hartnäckig. Es stigmatisiert schwule Männer und verschärft die ohnehin schon akute Knappheit an Blutkonserven. Die zuständige Arbeitsgruppe hat jetzt immerhin den Sachstand erörtert, die eigentliche Entscheidung aber wieder einmal vertagt. Dabei ist der Sachstand längst klar: Mit 12 Monaten gleichgeschlechtlicher Enthaltsamkeit hinkt Deutschland weltweit hinterher. Viele Länder haben das diskriminierende Blutspendeverbot längst gelockert. Entgegen gebetsmühlenartig wiederholter Befürchtungen hat sich das Infektionsrisiko dort nicht erhöht.»

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Für die Sicherheit der Blutspenden sei schliesslich nicht die sexuelle Identität der Spender*innen entscheidend, sondern das tatsächliche Risikoverhalten. «Blut ist nicht schwul oder hetero. Es ist höchste Zeit, das ewig gestrige Blutspendeverbot endlich abzuschaffen.»

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Tatsächlich werden Spender*innen jeder Blutgruppe dringend benötigt. In Köln etwa bittet die Blutspendezentrale der Uniklinik Köln aktuell alle gesunden Menschen, dringend zum Blutspenden zu kommen.

Die Bundesregierung hatte im Sommer angekündigt, erstmals am 3. November über die Verkürzung der Rückstellfristen für homo- und bisexuelle Männer bei der Blutspende von 12 auf vier Monate diskutieren zu wollen. Zudem war bekannt geworden  dass die Bundesregierung plant, Personen mit diversem Geschlechtseintrag in die Richtlinie Hämotherapie aufzunehmen.

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Druck machen neben FDP und Grünen u. a. die Bundesländer Hessen und NRW. Sie forderten, die Bundesärztekammer sollte eine diskriminierungsfreie Blutspendepraxis auf dem bisherigen Sicherheitsniveau umsetzen (MANNSCHAFT berichtete).

Brasilien und Ungarn haben bereits das Blutspendeverbot für Schwule gestrichen. Damit sind die beiden Länder trotz homophober Regierung fortschrittlicher als Deutschland und die Schweiz (MANNSCHAFT berichtete).

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