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Für AfD-Mann Tillschneider sind Neuer und Co. «Regenbogenclowns»

Manuel Neuer
Manuel Neuer nach der Partie gegen England (Foto: Christian Charisius/dpa)

An diesem Mittwoch trifft England im Halbfinale der Fussball-EM auf Dänemark. Ob Kapitän Harry Kane wieder seine Regenbogenbinde trägt, ist noch unklar. Einer, dem das garantiert nicht gefallen würde, ist Hans-Thomas Tillschneider von der AfD.

Der AfD-Landtagsabgeordnete Hans-Thomas Tillschneider aus Sachsen-Anhalt hat anlässlich der Fussball-EM mal wieder Richtung LGBTIQ ausgeteilt. Vor zweieinhalb Jahren hatte er erklärt, keine Solidaritätsschleife zum Welt-AIDS-Tag tragen zu wollen. Seine Begründung war menschenverachtend und zeugte von wenig Sachverstand (MANNSCHAFT berichtete).

Nun ätzt er gegen Regenbogenfahne und die dazu passenden Kapitänsbinden im Fussball. Wer diese Regenbogenfarben auch noch als Armbinde trage, sei ein Clown, schrieb Tillschneider bei Twitter. Beispielhaft hebt er an anderer Stelle Ungarn hervor. Hier handle es sich um «einen Staat und ein Volk, das noch gesunde Massstäbe hat».

Im Jahr 2016 hatte Tillschneider in einem Interview eine «zeitgemässe Geschlechterpolitik» gefordert. Die «herrschende Politik» verkläre «den beschleunigten Verfall unserer Gesellschaft mit Schwachsinnsbegriffen wie ‚Regenbogenfamilie’». Die AfD dagegen trete ein für die Ehe aus Mann und Frau, aus der Kinder hervorgingen.


Auch AfD-Mann Uwe Junge hatte sich zuletzt abfällig über die Regenbogen-Kapitänsbinde von Fussball-Nationaltorwart Neuer geäussert (MANNSCHAFT berichtete). Der rheinland-pfälzische AfD-Fraktionsvorsitzende Michael Frisch hat sich daraufhin von Neuer distanziert (MANNSCHAFT berichtete).

Junges Tweet wurde später gelöscht. «Für den Begriff ‚Schwuchtelbinde‘ entschuldige ich mich», twitterte Junge. «Inhaltlich bleibe ich dabei, dass derartige Statements nichts an oder auf dem Trikot der Nationalmannschaft zu suchen haben.» Alice Weidel schrieb auf Twitter: «@UweJunge wird sich die Partei demnächst von aussen anschauen dürfen.» Der Welt sagte sie: «Junge sollte die Partei verlassen.»

Auch Gerhard Papke, einstiger Vorsitzender der FDP-Landtagsfraktion in NRW, hatte gegen die Regenbogenfahne geätzt.



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