Freidenkende sagen Ja zur Ehe für alle, Nein zur Scheinheiligkeit
Die neue Plakatkampagne ist in der ganzen Schweiz zu sehen
Die Freidenkenden Schweiz befürworten die Ehe für alle klar. Mit einer Plakatkampagne kritisieren sie unter anderem die katholische Kirche, aus deren Kreisen der grösste Widerstand gegen die Eheöffnung kommt.
Auf dem Plakat, das seit Anfang der Woche knapp 3000 mal in Zügen durch die ganze Schweiz fährt, sind zwei Priester zu sehen, die nach der Trauung die Kirche verlassen. Sie wirken vergnügt und glücklich. Endlich dürfen sie zu ihrer Liebe stehen und diese auch rechtlich beschliessen.
Die Freidenkenden Schweiz sehen die Ehe im Schweizer Recht als privilegierten Status, der nicht ausschliesslich gegengeschlechtlichen Paaren offen stehen sollte. Mit der Kampagne möchten sie nach eigenen Angaben für humanistische und säkulare Werte einstehen und ein Zeichen gegen Diskriminierung setzen. Gleichzeitig kritisieren sie damit auch den Umgang der katholischen Kirche mit der Homosexualität und ihre Exklusivitätsansprüche in Bezug auf die Ehe.
Andreas Kyriacou, Präsident der Freidenkenden Schweiz erklärt: «Mit dem Sujet richten wir eine klare Botschaft an die faktisch einzigen Gegner der Ehe für alle, die Religiös-Konservativen: ‚Menschen, die Personen des gleichen Geschlechts lieben, kommen überall in der Gesellschaft vor – auch in euren Kreisen.’» Es sei höchste Zeit, damit so entspannt umzugehen wie das Paar auf dem Plakat.
Neben den Bahnplakaten seien insgesamt über 30 Radfahrende von Working Bicycle unterwegs, die das Priestersujet auf einer Box, die auf dem Gepäckträger montiert ist, durch die Stadt fahren. Diese Kampagne laufe in Chur, Winterthur und Thun – in drei Städten also, in denen entweder die katholische Kirche oder aber die Freikirchen stark präsent seien.
Auch die Reformierte Kirche ist für die Ehe für alle. Das hatte die Abgeordnetenversammlung bereits im November 2019 beschlossen (MANNSCHAFT berichtete).
Die Gegner*innen einer Eheöffnung liessen kürzlich auf einer Medienkonferenz Ärzte und Pädagog*innen auftreten, um vor der Ehe für alle zu warnen. Darunter den österreichischen Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Christian Spaemann, der behauptet, Schwule «heilen» zu können (MANNSCHAFT berichtete).
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