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«Ernst und Röbi reichen nicht!»

Unseren schwulen und lesbischen Grosseltern auf der Spur

Liva Tresch fotografierte die Zürcher Schwulen- und Lesbenszene der Sechziger- und Siebzigerjahre. (Bild: Liva Tresch/Sozialarchiv Zürich )

Im Livetalk «Es geht um Liebe» in Zürich stehen schwule und lesbische Lebensgeschichten im Fokus. Vor allem Letztere sind historisch schwierig aufzuspüren und drohen in Vergessenheit zu geraten. Ein Gespräch mit der Historikerin und Lesbenforscherin Corinne Rufli.

Warum sind schwule Männer in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts sichtbarer als lesbische Frauen? «Weil sie Männer sind und Männer in unserer Gesellschaft schon immer einen anderen Stellenwert hatten», sagt Historikerin Corinne Rufli. Die Rollenbilder der damaligen Gesellschaft waren klar definiert. «In der Nachkriegszeit bis in die Siebzigerjahre galt für Frauen das Ideal der Ehefrau und Mutter.» Sie waren bevormundet, finanziell abhängig, der Zugang zu Bildung beschränkt. Der Wirkungsort der Frau war zuhause, im Haushalt und in der Kinderbetreuung. «Wie will man sein Leben frei gestalten in einer Gesellschaft, die Bildung für Frauen als nicht relevant erachtet? Männer hatten mehr Möglichkeiten, ihr Leben alleine und unabhängig zu gestalten. Dazu kommt, dass weibliche Sexualität unterdrückt und nicht ernstgenommen wurde.» Schwule Lebensgeschichten sind in dieser Zeit also häufiger zu finden als lesbische.

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