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Brite spioniert für Russland – aus Ärger über Regenbogenflagge

Der 58-Jährige war im Frühjahr ausgeliefert worden

Pride Flagge
Symbolbild: Peter Zschunke/dpa

Ein britischer Botschaftsmitarbeiter, der in Berlin für Russland spioniert haben soll, hat sich zu den ihm vorgeworfenen Taten schuldig bekannt.

Dem 58-jährige Briten wird nach Angaben der britischen Nachrichtenagentur PA von der Anklage vorgeworfen, Russland gegen Geld Informationen und geheime Dokumente verschafft zu haben. Das Schuldeingeständnis vor dem Londoner Strafgericht Old Bailey erfolgte PA zufolge bereits in der vergangenen Woche, darüber durfte allerdings aus rechtlichen Gründen erst jetzt öffentlich berichtet werden.

Die Motive des Angeklagten sollen sich nach Darstellung seines Anwalts jedoch deutlich von jenen unterscheiden, die die Strafverfolger annehmen. Während die Anklage den Briten für einen Spion hält, der Russland helfen und seinem Land Schaden zufügen wollte, sehe dieser sich nur als einen verärgerten Mitarbeiter der Botschaft an, der jedoch keinen Schaden habe anrichten wollen.

Wie die Zeit berichtet nannte er als Motivation Hass gegen sein Heimatland aber auch Ärger darüber, dass die Botschaft eine Regenbogenflagge zur Unterstützung von LGBTIQ gehisst hatte.


Der Brite war im Frühjahr von Deutschland nach Grossbritannien ausgeliefert worden. Ihm drohen wegen mutmaßlicher Spionage bis zu 14 Jahre Haft.


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Beamte des Bundeskriminalamts hatten den Mann am 10. August vergangenen Jahres in Potsdam festgenommen. Auch die Bundesanwaltschaft warf dem Mann vor, dass er einem russischen Geheimdienst gegen Geld Dokumente verschafft haben soll. Spätestens seit November 2020 sollte er mindestens einmal Material übermittelt haben, an das er im Zuge seiner Arbeit gelangt war.


Zu der Festnahme hatten nach Angaben aus dem britischen Innenministerium gemeinsame Ermittlungen deutscher und britischer Behörden beigetragen. Das Auswärtige Amt in Berlin hatte nach der Festnahme betont, dass geheimdienstliches Ausspähen eines engen Bündnispartners auf deutschem Boden nicht akzeptiert werde.


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