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Bekommt Italien ein Gesetz zum Schutz von LGBTIQ?

Zahlreiche Organisationen machen mobil, bevor am 20. Oktober die Parlamentsdebatte beginnt

Homohass in Italien
Symbolfoto: Pixabay

In der nächsten Woche beginnt in Italien eine Parlamentsdebatte über einen Gesetzentwurf zum Schutz von LGBTIQ und gegen Frauenfeindlichkeit.

24 Organisationen, darunter All Out, haben eine internationale Kampagne gestartet, um das italienische Parlament zur Verabschiedung eines Gesetzes zu drängen, das Frauen und LGBTIQ vor Diskriminierung und Gewalt schützt. Zusammen mit der Organisation Arcigay wurde unterdessen die Mobilisierung gestartet.

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Bereits mehr als 69.000 Unterschriften seien von All Out-Mitgliedern in Italien und der ganzen Welt gesammelt worden. In den entscheidenden Tagen der Parlamentsdebatte soll ein Plakatwagen in jeden Winkel Roms fahren. In rund 50 Städten sind Demos geplant. In Mailand gingen vergangene Woche bereits 3000 Menschen für die Reform auf die Strasse.

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In Rom wurde im Sommer ein 31-jähriger Mann schwulenfeindlich von einer Kinderbande beleidigt und geschlagen. Er wurde von einer Gruppe von fünf Personen in der Via Anderloni umzingelt.

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«Sie sagten mir, dass ich ein schlechter schwuler Mann sei und dass ich nicht frei herumlaufen sollte.» Wie es dem Bericht von Roma Today heisst, klauten sie ihm anschliessend sein Handy.

Ein brutalerer Fall passierte bereits im Juni. Der Pride Month war fast vorüber, da wurde ein 25-Jähriger aus der Stadt Molise und sein Partner nachts im Zentrum der 150 Kilometer entfernten Küstenstadt Pescara Opfer eines homofeindlichen Hassverbrechens. Der junge Mann wurde von sieben Leuten geschlagen, darunter auch eine Frau – nur weil er schwul ist. Er war Hand in Hand mit seinem Freund (22) spazieren gegangen, wie unter anderem La Republicca berichtete.

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Das Paar wurde kurz nach Mitternacht angegriffen. Der 25-Jährige versuchte seinen Partner zu verteidigen. Bei einem Schlag ins Gesicht brach sein Kiefer.

Gewalt und Diskriminierung von LGBTIQ sind in Italien alltäglich, teilen die Aktivist*innen von Allout mit. Im Gegensatz zu vielen anderen europäischen Ländern gebe es aber keinen rechtlichen Schutz vor Hassverbrechen. Neuesten Untersuchungen der EU-Grundrechteagentur FRA (MANNSCHAFT berichtete) zeigten, dass es zwei von drei italienischen LGBTIQ (62%) vermeiden, mit ihrem Partner oder der Partnerin in der Öffentlichkeit Händchen zu halten. 30% meiden aus Angst vor Angriffen bestimmte Orte.

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