«Vater, Mutter und möglichst viele Kinder» – Das will die AfD

Die Linke urteilt: «Ein Szenario des Schreckens für Sachsen-Anhalt und für unsere Demokratie»

ARCHIV - 17.12.2025, Sachsen-Anhalt, Magdeburg: Ulrich Siegmund (AfD), Vorsitzender der AfD-Landtagsfraktion, spricht im Landtag von Sachsen-Anhalt zu den Abgeordneten. Dort wurde auf Antrag der AfD über die Kündigung der Rundfunkverträge debattiert. (zu dpa: «Haseloff-Nachfolge: AfD kritisiert Vorgehen der CDU») Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Sachsen-Anhalt: AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund (Bild: (c) Copyright 2025, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten)

Knapp sieben Monate vor der Wahl hat die AfD Sachsen-Anhalt ihren Entwurf für ein Wahlprogramm vorgelegt. In der Migrationspolitik sowie in der Demokratie- und der Kulturförderung plant die vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch eingestufte Partei einen radikalen Kurswechsel.

Das Gesellschaftsbild wird im Programm, aus dem die Zeit zitiert, so beschrieben: Eine Familie besteht aus «Vater, Mutter und möglichst vielen Kindern». In Umfragen für die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt kommt die queerfeindliche AfD auf bis zu 40 Prozent.

Die AfD greift in dem Programmentwurf diverse Institutionen an. So wird etwa vor einer «Diktatur der Altparteien» gewarnt. Den Kirchen wirft die AfD vor, das «gesellschaftliche Zerstörungswerk der Altparteien» voranzutreiben – Staatsleistungen sollen eingestellt werden. Die Landeszentrale für politische Bildung hält die AfD für eine «linke Indoktrinationsanstalt», sie soll nach den Plänen in der bisherigen Form abgeschafft werden.

Fördermittel könnten Vereine nach dem Willen der AfD nur noch dann erhalten, wenn sie «ein glaubhaftes Bekenntnis zur demokratischen Ordnung und zu einer patriotischen Grundhaltung» abgelegt haben. Über den Programmentwurf hatten zunächst der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) und die Magdeburger Volksstimme berichtet.

AfD-Co-Fraktionschef Oliver Kirchner sagte auf Nachfrage, wo er Sachsen-Anhalt auf dem Weg in eine Diktatur sieht, man könne nicht mehr sagen, was man möchte. «Man kann es sagen, einmal, dann ist man teilweise seinen Job los», sagte Kirchner vor Journalisten in Magdeburg. Dafür könne er «Hunderte» Beispiele bringen. Es gehe «in eine Richtung, die ich nicht mehr ertragen kann».

Ob es um das Ziel geht, das Grundrecht auf Asyl abzuschaffen, das Einbürgerungs- und Staatsbürgerschaftsrecht zu verschärfen, die Entwicklungshilfe für Länder an deren Bereitschaft zur Rücknahme von Zuwander*innen zu koppeln, die Grenzsicherung zu verstärken oder einen Aufnahmestopp für Nicht-EU-Ausländer*innen zu verhängen – das alles wäre Bundesgesetzgebung, mit wenig Chancen auf Umsetzung aus Magdeburg heraus.

Mitarbeitende in Ausländerbehörden und Abschiebehaftanstalten seien «Helden des Alltags, die ihren Dienst für Volk und Vaterland leisten», heisst es im 156 Seiten umfassenden Programmentwurf. Dieser soll im April auf einem AfD-Landesparteitag beschlossen werden – bis dahin kann sich daran also auch noch einiges ändern.

«Die AfD-Pläne sind ein Szenario des Schreckens für Sachsen-Anhalt und für unsere Demokratie.»

Eva von Angern, Linke

Die sachsen-anhaltische Linken-Fraktionschefin Eva von Angern bezeichnete die AfD-Pläne als «Szenario des Schreckens für Sachsen-Anhalt und für unsere Demokratie». Die AfD propagiere einen autoritären Staat, der Grundrechte massiv einschränke.

Von Angern wirft der Partei «menschenverachtende Allmachtsfantasien» vor. Man müsse der Bevölkerung die «hässlichen Wahrheiten» der AfD vor Augen führen.

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