Underground-Ikone Bettina Köster ist gestorben
Die lesbische Sängerin und Produzentin bewegte sich im Umfeld von Punk, Kunst und experimenteller Musik
«Hebe meine Schenkel, hebe meine Brust, kaltes klares Wasser»: Bettina Köster prägte mit der Band Malaria! in den frühen 80ern die Musikszene. Nun ist sie in Italien gestorben.
Mit ihrer Band Malaria! prägte sie die frühen 80er. Nun ist die lesbische Musikerin Bettina Köster («Kaltes klares Wasser») gestorben. Sie starb im Alter von 66 Jahren in Italien, wie ihre frühere Bandkollegin Gudrun Gut der Deutschen Presse-Agentur bestätigte. «Ich war sehr froh, dass ich mit Freunden noch bei ihr sein konnte.» Das sei sehr schön gewesen.
Das Musikmagazin Rolling Stone würdigte Köster als eine der prägenden Figuren der frühen Westberliner Underground- und Avantgarde-Szene der späten 1970er und frühen 1980er Jahre. Früh habe sich Köster im Umfeld von Punk, Kunst und experimenteller Musik bewegt.
Auch der Tagesspiegel würdigte sie als Legende der Westberliner Post-Punk-Szene. Dunkel und geheimnisvoll habe ihre Stimme geklungen, mit den Jahren sei sie noch tiefer geworden. Die Anziehungskraft habe das nicht geschmälert, eher im Gegenteil. Man habe der Stimme unbedingt folgen wollen.
Zunächst war Köster Teil der Band Mania D., daraus ging später die Gruppe Malaria! hervor, die Lieder wie «Your Turn to Run», «You You», «Thrash Me» und «Geld/Money» veröffentlichte. Köster lebte auch lange in New York. In den vergangenen Jahren wohnte sie in Süditalien. Ein Bestattungsinstitut im Ort Capaccio Paestum bestätigte ihren Tod ebenfalls, sie war an Krebs erkrankt.
Das Lied «Kaltes klares Wasser» wurde viele Jahre nach der Veröffentlichung von Chicks On Speed aufgegriffen. Das Magazin L-Mag sprach Köster einmal darauf an, dass viele Musikschaffende ihr Bands als Einfluss genannt hätten. «Eines der bemerkenswerten Dinge über die Mädchen von Mania D. und Malaria! ist, dass wir Mut hatten», sagte sie. «Und ich bin wirklich stolz, heute sagen zu können, dass wir durch diesen Mut einige Leute inspiriert haben.»
Alle drei M-Bands bestanden nur aus Frauen. Dazu sagte Köster der L-Mag: «Alle Frauen von Mania D., Malaria! und Matador hatten den Ruf, schwierig zu sein. Viele Jungs wollten deshalb nicht mit uns arbeiten. Inklusive denen, die bei den Plattenfirmen tätig waren. Aber die Realität sah so aus: immer, wenn wir mit Jungs zusammen spielten, drehten die ihre Verstärker zu laut auf. Du warst also beim Proben oder auf der Bühne und konntest dich selbst nicht hören. Die andere Sache war: die Mädchen waren viel hübscher.»
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