«Stranger Things»-Macher: Wir sind stolz auf die Coming-out-Szene
Die Brüder Matt und Ross Duffer, Schöpfer und Showrunner von «Stranger Things», haben die Szene mit Wills Coming-out gegenüber Kritik verteidigt. Noah Schnapps Leistung sei «eine mutige, sehr verletzliche Performance».
Es ist eine Szene, die die einen zu Tränen rührt und bei anderen Kopfschütteln bis hin zu Ablehnung und Hass verursacht: Die Fangemeinde der Netflix-Erfolgsserie «Stranger Things», die am Neujahrstag mit dem grossen Finale endete, ist seit einigen Tagen gespalten - was wohl ein Stück weit auch dem derzeit herrschenden Kulturkampf in den USA geschuldet ist.
In einem Interview mit Variety sagte Matt Duffer, er habe die homofendlichen Kommentare und Reaktionen auf die 7. Folge der 5. Staffel («Die Brücke») nicht erwartet. «Es ist etwas, worauf wir sehr lange hingearbeitet haben. Ich sage immer, Ross und ich sind vieles, aber subtil gehört nicht dazu.»
Sein Bruder Ross Duffer lobte sowohl die Folge als auch Noah Schnapps Leistung und nannte sie «eine wirklich mutige, sehr verletzliche Performance».
Ross gab an, er stehe seit der Ausstrahlung der Folge in Kontakt mit Schnapp. Der Schauspieler sei «in einer sehr guten Verfassung. Er ist sehr stolz auf die Szene, und wir sind stolz auf die Szene.» Matt betonte, wie wichtig es sei, den schwulen Schauspieler zu unterstützen, und merkte an, dass ihm die Geschichte sehr nahe gehe.
«Ich mag keine Mädchen», schluchzt der schüchterne Jugendliche vor seiner Mutter (Winona Ryder), seinem älteren Bruder und seiner Clique. Die Angst vor Zurückweisung ist ihm anzumerken - was viele queere Menschen nachvollziehen können. Vor allem, wenn sie in den 1980ern aufgewachsen sind.
«Es ist komplett unnötig und wird einem Publikum aufgezwungen, das einfach nur etwas Science Fiction geniessen will»
Elon Musk, Unternehmer
Auch Elon Musk mischt sich ein Was dann in sozialen Medien geschah, war in diesen gesellschaftlich aufgewühlten Zeiten vermutlich erwartbar. «Es ist komplett unnötig und wird einem Publikum aufgezwungen, das einfach nur etwas Science Fiction geniessen will», befand Unternehmer Elon Musk auf X. Zuspruch bekam er aus einer rechtskonservativen Blase mit teils drastischen und homophoben Kommentaren. Schon in der Vergangenheit hatte er Netflix vorgeworfen, vom «Woke-Virus befallen» zu sein (MANNSCHAFT berichtete).
Auf Online-Plattformen wie Rotten Tomatoes oder IMDb, auf der Fans Serien und Filme bewerten können, bekam die Coming-out-Folge reihenweise schlechte Bewertungen. Einige kritisierten die langsame Erzählweise und schlechten Dialoge, das US-Magazin Variety erkannte aber auch eine «Kampagne». Fans vermuten, viele hätten «Stranger Things» nie gesehen und würden sich ausschliesslich an einem schwulen Charakter in einer so erfolgreichen Serie stören.
Schauspieler Noah Schnapp (21), der Will seit der ersten Folge 2016 spielt, hat sich vor zwei Jahren auf Tiktok selbst als schwul geoutet (MANNSCHAFT berichtete). Seine Figur habe ihm dabei geholfen, sich selbst zu finden und zu akzeptieren. «Wenn ich den Charakter nicht gespielt hätte, würde ich mich vermutlich immer noch verstecken», sagte er 2023 dem Magazin Variety.
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