«Secondhand Toyfriend 2»: Die Geschichte von Damian und Emil geht weiter

Ein Sexspielzeug soll abermals helfen, dass die beiden zu sich finden

Ausschnitt vom Cover von «Secondhand Toyfriend 2»
Ausschnitt vom Cover von «Secondhand Toyfriend 2» (Bild: Fischer Sauerländer)

Die Social-Media-Aktivisten Darkviktory und Kostas Kind schafften es letztes Jahr mit ihrem literarischen Debüt «Secondhand Toyfriend» aus dem Stand in die Bestseller-Listen. Diese Woche haben sie die Fortsetzung der Saga von Damian und Emil vorgelegt.

Die Geschichte der beiden Teenager – von den Autoren ganz bewusst in Jugendsprache verfasst und mit vielen Comic-Elementen angereichert – handelte vor allem davon, dass Damian mit seiner Sexualität klarkommen will. Er ist «besorgt» schwul zu sein und meint das «testen» zu können, indem er sich einen 17-Zentimeter-Dildo über Kleinanzeigen kauft. Seine absurde Denke lautet: «Wenn’s mir gefällt, ihn im Hintern zu haben, dann bin ich schwul, wenn’s mir nicht gefällt, dann hetero» (MANNSCHAFT berichtete).

Das erste Buch beschrieb, wie sich Damian via Chats mit dem Verkäufer des gebrauchten Dildos anfreundet, sich ihm gegenüber öffnet und sich schliesslich in ihn verliebt. Am Ende des Romans treffen sich die beiden Jungs zum ersten Mal. Und ja, es sieht wie ein Happy End aus.

Nun geht die Geschichte weiter mit einem zweiten Treffen in den Sommerferien, bei dem es – nach endlosen Chats – endlich «passieren» soll, der erste Sex miteinander. Diesmal ist die zentrale Frage: Wer ist Top, wer ist Bottom, ist das wichtig und wenn ja, für wen und warum?

Dabei spielen Darkviktory und Kostas Kind auf pädagogisch geschickte Weise verschiedene Klischees durch, um zu zeigen, wie überflüssig solche Einteilungen sind – vor allem, wenn sie in den Köpfen stattfinden und einer glücklichen Beziehung im Weg stehen. («Nur weil ich kleiner bin als du, heisst das nicht automatisch, dass ich hinhalten muss, okay?»)

Natürlich kommt wieder ein Sextoy ins Spiel, das helfen soll, Klarheit zu schaffen bezüglich der Präferenzen von Damian und Emil.

Die Sprache ist wiederum betont jugendlich – was für ältere Leser*innen gewöhnungsbedürftig sein kann oder wahlweise sympathisch. Behandelt wird auch die Frage, wie schwer es jungen LGBTIQ fällt, aus einer Online-Bubble von Chats plötzlich mit Face-to-Face-Situationen konfrontiert zu werden. Also mit dem realen Leben, statt Online-Fantasien, in die man sich zurückziehen kann.

Die Autoren, die mit bürgerlichen Namen Marik Roeder und Kostas Weiss heissen und ein Paar IRL sind, haben mit dieser Geschichte vielleicht nicht das Young-Adult-Genre neu erfunden, aber auf dem deutschen Buchmarkt doch eine erfrischend andere Geschichte erzählt, die die Konkurrenz vom anglo-amerikanischen Markt nicht fürchten muss und definitiv gewitzter erzählt ist, als viele MM-Romance-Titel von deutschsprachigen Autor*innen.

Man darf gespannt sein, wann die Verfilmung kommt. Auf alle Fälle flutscht das Buch beim Lesen wirklich gut weg, fast so gut wie das Toy, um das es geht; was als Kompliment gemeint ist.

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