Queere Solidarität nach Morddrohung gegen Antisemitismusbeauftragten

Marco Klingberg (VelsPol) Polizei
(Bild: Kriss Rudolph/MANNSCHAFT)

Andreas Büttner sieht sich nicht zum ersten Mal mit Anfeindungen konfrontiert. Nach einem Brandanschlag folgte nun ein Brief mit Morddrohungen und einer verdächtigen Substanz. Velspol erklärt sich solidarisch.

Nach einem Brandanschlag auf das Grundstück des Brandenburger Antisemitismusbeauftragten ist beim Brandenburger Landtag ein Brief mit einer Morddrohung und Beschimpfungen gegen Andreas Büttner eingegangen. Das teilte die Landtagsverwaltung mit. Die Polizei bestätigte entsprechende Ermittlungen gegen den unbekannten Absender wegen Bedrohung und Beleidigung.

Dem Brief war zudem eine verdächtige Substanz beigefügt. Die Beamten untersuchten daraufhin nach eigenen Angaben den Inhalt des Schreibens unter Sicherheitsvorkehrungen. Das graue Granulat erwies sich als ungefährlich. Der Briefumschlag war über die Poststelle des Landtages an Büttner übermittelt worden.

Laut Landtagsverwaltung stand auf dem Brief unter anderem «Wir töten dich» sowie ein gezeichnetes Dreieck. Dieses Zeichen steht demnach als Symbol der Hamas. Der Staatsschutz hat die Ermittlungen aufgenommen.

Die queeren Angehörige in der Polizei, der Justiz und des Zolls in Brandenburg (Velspol) stehen hinter dem Antisemitismusbeauftragten, der auch ein langjähriges Mitglied des Landesverbandes. Die Drohungen machten «fassungslos und erschrecken uns sehr», heisst es in einer offiziellen Erklärung.

Marco Klingberg der Landesvorsitzende des Vereines lesbischer und schwuler Polizeibediensteter Berlin-Brandenburg, erklärte: «Diese Angriffe gegen Andreas Büttner, der seit 2024 als Beauftragter zur Bekämpfung des Antisemitismus im Land Brandenburg tätig ist, sind Angriffe auf unsere freiheitlich demokratische Grundordnung.»

Man sei als Landesverband «zuversichtlich, dass die Polizei des Landes Brandenburg alle erdenklichen und ermittlungstechnischen Maßnahmen einleitet und durchführt, um die Verursacher zu ermitteln und die entsprechenden Schutzmassnahmen für Andreas Büttner und seine Familie einleite.

Das private Grundstück von Büttner in Templin in der Uckermark wurde vor wenigen Tagen nach seinen Angaben Ziel eines Brandanschlags. Der Staatsschutz nahm Ermittlungen wegen Brandstiftung auf. Die Polizei berichtete vom Brand eines Schuppens in einem Templiner Ortsteil. Bei dem Feuer sei niemand verletzt worden. Nach Informationen aus Sicherheitskreisen soll auf der Haustür ein rotes Dreieck aufgebracht worden sein. 2024 hatten Unbekannte auf Büttners Privatauto Hakenkreuze eingeritzt.

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