«Wenn die Mullahs Pride-Match nicht aushalten, ist es ihr Pech»

ARCHIV - 06.11.2025, Berlin: Omid Nouripour (Bündnis90/Die Grüne) spricht im Plenum im Deutschen Bundestag. (zu dpa: ««Ekelhaft» und «komplett irre»: Top-Politiker greift FIFA an») Foto: Elisa Schu/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Bundestags-Vizepräsident Omid Nouripour (Bild: (c) Copyright 2025, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten)

Hohe Ticketpreise und eine absurde Zeremonie bei der Auslosung: Die FIFA polarisiert vor der Fussball-WM im kommenden Sommer. Ein deutscher Politiker übt nun scharfe Kritik an den Ländern Iran und Ägypten. Grund ist das geplante Pride-Match.

Bundestags-Vizepräsident Omid Nouripour hat schwere Kritik am Fussball-Weltverband FIFA geübt und sich dabei auch auf die Ehrung von US-Präsident Donald Trump und die WM-Ticketpreise bezogen. «Die FIFA tut sich auf lange Sicht keinen Gefallen. Die Neutralität wird ziemlich übel gebrochen», sagte der Grünen-Politiker zur Auslosung vor gut einer Woche in Washington. Dabei war Trump mit dem FIFA-Friedenspreis geehrt worden.

Der Sinn einer WM sei die Völkerverständigung und nicht, «merkwürdige Sehnsüchte eines Präsidenten» zu befrieden, sagte Nouripour in der Sendung «Bild Sport» bei Welt TV. Die Show, die am 5. Dezember zu Ehren Trumps veranstaltet worden sei, nannte Nouripour «ekelhaft».

Sehr deutlich positionierte sich Nouripour auch zum sogenannten Pride-Spiel, das am 26. Juni in Seattle zwischen Iran und Ägypten stattfinden soll. Dabei treffen zwei Teams aus muslimischen Ländern, in denen Homosexualität unterdrückt wird, aufeinander. Beide Nationen reagierten verärgert auf die Ansetzung. Ägyptens Fussball-Verband protestierte mit einem Brief.

«Die protestieren wie die Irren und wollen da nicht teilnehmen. Das geschieht denen recht, dass es auf Weltbühne das Pride-Spiel ist.»

Omid Nouripour, Grüne

«Die protestieren wie die Irren und wollen da nicht teilnehmen. Das geschieht denen recht, dass das auf Weltbühne das Pride-Spiel ist», sagte der Politiker, der selbst in Iran geboren ist, über sein Geburtsland. Er warnte die FIFA davor, die Ansetzung zu ändern oder zurückzunehmen. «Wenn die Mullahs das nicht aushalten, ist es ihr Pech», sagte Nouripour.

In der WM-Vorrunde kommt es in Seattle nächstes Jahr zum Duell Iran gegen Ägypten – während des Pride-Wochenendes. Wegen dann geplanter LGBTIQ-Events protestiert Ägypten bei der FIFA.

Der ägyptische Fussballverband protestierte bereits mit einem deutlichen Brief an die FIFA dagegen, dass das WM-Spiel gegen den Iran in Seattle als sogenanntes Pride-Spiel stattfindet. In der demokratisch-liberalen US-Stadt findet am letzten Juni-Wochenende 2026 das jährliche stattfindende Pride-Wochenende statt. Just am 26. Juni steht in Seattle das Vorrundenspiel zwischen den Teams der zwei muslimischen Länder an, in denen Homosexualität unterdrückt wird.

Ägyptens Verband (EFA) wies in dem Schreiben an den Fussball-Weltverband FIFA und dessen Generalsekretär Mattias Grafström «jegliche Aktivitäten», die Homosexualität während der Partie fördern, zurück. «Solche Aktivitäten widersprechen den kulturellen, religiösen und sozialen Werten der (...) arabischen und muslimischen Gesellschaften», hiess es.

Zuvor hatten schon der Iran laut einem Bericht sehr verärgert über die Ansetzung und die Pläne rund um die Partie in Seattle reagiert (MANNSCHAFT berichtete). Verbandschef Mehdi Tadsch sprach laut Nachrichtenagentur Isna von einer «unvernünftigen Handlung, die die Unterstützung einer bestimmten Gruppe darstellt». Er meldete weiteren Redebedarf an.

Schon bei der WM 2022 in Katar hatte es Wirbel um die «One Love»-Kapitänsbinde gegeben, mit der auch Deutschland auflaufen wollte (MANNSCHAFT berichtete). Die Binde hatte eine der Regenbogenflagge ähnliche Farbgebung und sollte als Symbol gegen Diskriminierung und für Vielfalt stehen. Kurz vor Beginn des Turniers untersagte die FIFA den Mannschaften das Tragen dieser Binde und drohte mit sportlichen Sanktionen.

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