«Obszöne Inhalte» – Malaysia sperrt Grindr
Malaysia hat Grindr und Blued im Land gesperrt und prüft nun Massnahmen gegen weitere queere Dating-Apps.
Kommunikationsminister Fahmi Fadzil gab die Sperrung Grindr und Blued am Mittwoch bekannt. «Die Kontrolle von Apps auf Plattformen wie Google Play und Apple Store unterliegt den Richtlinien und Bestimmungen der jeweiligen Plattformanbieter, da beide Apps ausländischen Unternehmen gehören, die ausserhalb Malaysias tätig sind», so Fadzil, der vor seiner Karriere als Politiker als Schauspieler und Autor gearbeitet hat.
Der Unternehmenssitz von Grindr ist in den USA, Blued stammt aus China. Dort fiel die App zuletzt ebenfalls der Zensur zum Opfer (MANNSCHAFT berichtete).
Fadzil bestätigte ausserdem, dass die malaysische Kommunikations- und Multimedia-Kommission (MCMC) keine Anträge auf Entfernung der mobilen App-Version erhalten habe.
Die MCMC prüft Medienberichten zufolge derzeit rechtliche Massnahmen, um die Nutzung von Apps einzuschränken, die gegen lokale Gesetze verstossen – also solche, die «obszöne oder unmoralische Inhalte verbreiten, Ausbeutung, Missbrauch, Betrug, Kinderausbeutung oder Bedrohungen der öffentlichen Sicherheit» darstellen – und gegen diese vorzugehen. LGBTIQ-Dating-Apps fallen im mehrheitlich muslimischen Malyasia unter diese Definition.
Homosexualität ist in Malaysia, wo neben dem Zivilrecht auch islamische Gesetze für Muslime gelten, strafbar. Sodomie ist ein Verbrechen, und das islamische Scharia-Recht verbietet gleichgeschlechtliche Handlungen und das Tragen von Kleidung des anderen Geschlechts.
Vor zwei Jahren war bekannt geworden, dass Malaysia ein «islamisches Rehabilitationszentrum» für Homosexuelle plane (MANNSCHAFT berichtete).
Die Polizei führte erst im Dezember eine Razzia in einer mutmasslichen Gay Sauna im Zentrum der Hauptstadt durch. Vorangegangen war eine zweiwöchige Observation. Über 200 mutmasslich schwule Gäste wurden bei der Razzia festgenommen (MANNSCHAFT berichtete).
Schwule Liebe im ZDF-Herzkino: Jochen Schropp und Robert Stadlober sind demnächst als Paar zu sehen (MANNSCHAFT berichtete)