Kameraden vergewaltigt? Ex-Bundeswehrsoldaten vor Gericht

Mitangeklagt ist ein 36-Jähriger, der die Tat beobachtet und nicht eingegriffen haben soll

05.08.2025, Berlin: Zwei der drei Angeklagten (2.v.l. und 2.v.r.) stehen mit ihren Anwälten vor Prozessbeginn um die Vergewaltigung eines Bundeswehrsoldaten in einem Saal am Kriminalgericht Moabit. Angeklagt sind insgesamt drei damalige Soldaten. Zwei 35- und 36-Jährige sollen zwischen Februar und Mai 2021 einen Kameraden in einer Kaserne in Berlin misshandelt und vergewaltigt haben. Der dritte Angeklagte soll das Geschehen beobachtet und nicht eingegriffen haben. Foto: Sebastian Christoph Gollnow/dpa - ACHTUNG: Angeklagte wurden auf Anweisung des Gerichts aus rechtlichen Gründen gepixelt
05.08.2025, Berlin: Zwei der drei Angeklagten (2.v.l. und 2.v.r.) stehen mit ihren Anwälten vor Prozessbeginn um die Vergewaltigung eines Bundeswehrsoldaten im Kriminalgericht Moabit. Die Angeklagten wurden auf Anweisung des Gerichts aus rechtlichen Gründen gepixelt (Bild: Sebastian Christoph Gollnow/dpa )

Mehrere Soldaten des Bundeswehr-Wachbataillons geraten unter Verdacht. Es kommt zu internen Untersuchungen. Rund vier Jahre später beginnt ein Prozess gegen drei Angeklagte – mit Hindernissen.

Zwei ehemalige Soldaten der Bundeswehr stehen vor dem Berliner Landgericht. Die 35- und 31-Jährigen sollen einen damaligen Kameraden misshandelt und vergewaltigt haben. Mitangeklagt ist ein 36-Jähriger, der das Geschehen beobachtet und nicht eingegriffen haben soll. Dieser Mann fehlte allerdings zu Prozessbeginn unentschuldigt. Der erste Verhandlungstag endete vor Verlesung der Anklage.

Zu den mutmasslichen Vorfällen soll es zwischen Februar und Mai 2021 in der Julius-Leber-Kaserne in Berlin-Reinickendorf gekommen sein. Opfer sei ein inzwischen 24-Jähriger. In einem Fall hätten sich laut Ermittlungen der 36-jährige Angeklagte und fünf gesondert verfolgte Personen in der Kaserne auf den jungen Soldaten geworfen, bei dem für mehrere Sekunden Atemnot eingetreten sei.

Verfahren begann mit Verdacht auf Rechtsextremismus Das Verfahren kam vor knapp vier Jahren ins Rollen. Zunächst prüfte das Verteidigungsministerium einen Extremismusverdacht im Wachbataillon. Es gehe um eine mutmasslich rechtsextreme Gruppe, die sich selbst als «Wolfsrudel» bezeichnet habe, hiess es damals.

Es sei zu Durchsuchungen unter anderem von Mobiltelefonen gekommen. Diese Massnahmen allerdings waren rechtswidrig, urteilte im Juli 2022 das Bundesverwaltungsgericht. So habe kein Anfangsverdacht bestanden, nur blosse Vermutungen hätten vorgelegen.

Einer der Männer nicht auffindbar Die Staatsanwaltschaft erhob gegen vier ehemalige Soldaten Anklage unter anderem wegen Vergewaltigung, unterlassene Hilfeleistung und gefährliche Körperverletzung. Einer der Männer sei jedoch nicht auffindbar, hiess es nun am Rande. Sein Verfahren wurde vorläufig eingestellt. Im Fall des nicht zur Verhandlung erschienenen 36-Jährigen beantragte der Staatsanwalt Haftbefehl. Das Gericht stellte die Entscheidung darüber zurück.

Die Anklage wird voraussichtlich am zweiten Prozesstag am 26. August verlesen. Ob sich die ehemaligen Soldaten - derzeit als Berufskraftfahrer und auf dem Bau tätig - äussern werden, ist noch offen.

Erpressung und Knochenbruch: Wie eine Bande in Bayern Schwule ausraubte (MANNSCHAFT berichtete)

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