Olivia Colman: «Ich fühle mich wie ein schwuler Mann»

Die Oscarpreisträgerin über ihre Nähe zur LGBTIQ-Community

Olivia Colman und John Lithgow im Film «Jimpa»
Olivia Colman und John Lithgow im Film «Jimpa» (Bild: Mark De Blok)

Die Schauspielerin Olivia Colman hat offen über ihre langjährige Beziehung zur queeren Community gesprochen und darüber, wie sie mehr über trans Menschen gelernt hat.

Der britische Star Olivia Colman, bekannt für ihre Rollen in queeren Serien und Filmen von «Heartstopper» bis «The Favourite» (für den sie 2019 einen Oscar erhielt), übernimmt die Hauptrolle im neuen Film «Jimpa».

Der Film handelt von einer Mutter namens Hannah (Colman), die mit ihrem nicht-binären Kind ihren schwulen Vater in Amsterdam besucht.

«Jimpa» basiert auf den realen Erfahrungen der Regisseurin Sophie Hyde und wird von ihr inszeniert. Hydes eigenes trans nicht-binäres Kind Aud Mason-Hyde spielt die Rolle von Frances. Der Film erzählt eine generationsübergreifende queere Geschichte – von den Schrecken der Aidsepidemie bis hin zur sich wandelnden Sprache rund um Geschlechtsidentität.

Im Gespräch mit dem LGBTIQ-Nachrichtenportal Them reflektierte die 52-jährige Colman gemeinsam mit Hyde darüber, wie sie in die Rolle der Hannah schlüpfte – einer Figur, die selbst nicht queer ist, sich aber durch ihre Beziehung zu ihrem Vater und ihrem Kind am Rand der queeren Welt bewegt.

«Ich nehme an, ich stehe eher aussen. Ich lebe in einer heterosexuellen Beziehung. Aber in der Welt, in der ich mich bewege, bin ich sehr viel mit der queeren Community zusammen», erklärt Colman und fügt hinzu, sie sei «noch nie Teil einer einladenderen Gruppe von Menschen gewesen».

«Für all die Nörgler, Hasser oder Gemeinlinge – wenn sie doch nur Zeit mit dieser unglaublich offenen und freundlichen Gemeinschaft verbringen könnten. Ich wünschte, alle würden einfach mal Hallo sagen und echte, bedingungslose Liebe spüren.»

Colman betonte, dass es für sie «kein allzu grosser Schritt» gewesen sei, Hannah zu spielen. Auch wenn sie selbst nicht queer sei, habe sie die Perspektive dieser Figur gut verstanden.

«Es ist eine Community, in die ich sehr gerne aufgenommen werde. Die liebevollsten und schönsten Geschichten kommen meiner Meinung nach aus dieser Gemeinschaft. Und ich fühle mich sehr geehrt, dazugehören zu dürfen. Mein ganzes Leben lang hatte ich Diskussionen mit Menschen, bei denen ich mich immer irgendwie als nicht-binär gefühlt habe», erklärt Colman im Interview.

«Ich habe mich nie besonders feminin gefühlt, obwohl ich weiblich bin. Ich habe mich meinem Mann gegenüber immer als schwuler Mann beschrieben. Und er sagt dann: ‹Ja, verstehe ich.› Deshalb fühle ich mich da wohl und zuhause. Ich habe das Gefühl, mit einem Fuss in verschiedenen Welten zu stehen. Das geht vielen so. Ich verbringe ehrlich gesagt nicht besonders viel Zeit mit Menschen, die total strikt heterosexuell sind.»

«Ich verbringe ehrlich gesagt nicht besonders viel Zeit mit Menschen, die total strikt heterosexuell sind»

Olivia Colman, Schauspielerin

Obwohl Colman durch ihre Arbeit oft mit der LGBTIQ-Community in Kontakt kommt, sagte sie, dass die Arbeit an «Jimpa» insbesondere ihre Beziehung zur trans und nicht-binären Community vertieft habe.

«Ich habe unterwegs wirklich sehr viel gelernt. Und ehrlich gesagt bin ich mir nicht sicher, ob ich davor viel Zeit mit Menschen aus der trans Community verbracht habe, wenn ich so darüber nachdenke», sagte sie. «Ja, ich habe einiges gelernt – und bin auch besser im Umgang mit Pronomen geworden.»

Olympia, Politik, «Sportschau» – An «Heated Rivalry» kommt niemand vorbei (MANNSCHAFT berichtete).

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