Geheimdienst über Mojtaba Khamenei: Ist der neue Mullah schwul?

Soll angeblich schwul sein: Irans oberster Führer Modschtaba Chamenei
Soll angeblich schwul sein: Irans oberster Führer Modschtaba Chamenei (Bild: dpa/Morteza Nikoubazl)

US-Medien berichten über brisante Hinweise aus Geheimdienstkreisen: Der neue iranische Oberste Führer Mojtaba Khamenei könnte homosexuell sein. Die Informationen gelten als sensibel und politisch hoch explosiv.

Nach der Ernennung von Mojtaba Khamenei (56) zum neuen Obersten Führer der Islamischen Republik Iran kursieren in US-Medien ungewöhnliche Berichte über seine Sexualität. Zuerst berichtete das Boulevardblatt New York Post, das sich auf mehrere Quellen aus US-Geheimdienstkreisen beruft.

Demnach sollen US-Geheimdienste Hinweise als glaubwürdig einstufen, wonach Khamenei homosexuell sein könnte. Präsident Donald Trump sei darüber informiert worden und habe laut Beteiligten überrascht reagiert. Aus dem Umfeld des Briefings heisst es, er habe «laut gelacht», auch andere Anwesende hätten die Information als «hilarious» bezeichnet.

Laut den Berichten soll es Hinweise auf eine langjährige Beziehung zu einem früheren Tutor aus Khameneis Umfeld geben. Zudem wird behauptet, er habe während einer medizinischen Behandlung «aggressive» Annäherungsversuche gegenüber männlichem Pflegepersonal gemacht. Fotografische Beweise gebe es nicht, die Informationen stammten jedoch aus «einer der bestgeschützten Quellen, die die Regierung hat».

Auch innerhalb des iranischen Machtapparats seien entsprechende Gerüchte offenbar nicht neu. Sie kursierten laut westlichen Geheimdienstquellen bereits seit Jahren und seien hinter den Kulissen immer wieder genutzt worden, um Khameneis politischen Aufstieg zu verhindern. Ein Insider wird mit den Worten zitiert: «Die Tatsache, dass dies auf die allerhöchsten Ebenen gehoben wurde, zeigt, dass ein gewisses Vertrauen darin besteht.»

Zugleich berichten US-Medien, dass bereits Khameneis Vater, der frühere Oberste Führer Ali Khamenei, Zweifel an der Eignung seines Sohnes gehabt habe. In einem Bericht wird dies auch mit «Problemen» in dessen «Privatleben» in Verbindung gebracht. Eine Quelle formuliert: «Sein Vater und andere vermuteten, dass er schwul sei und dass dies verbreitet wurde, um seinen Aufstieg zu stoppen.»

Politisch brisant ist die Debatte vor allem wegen der Lage im Iran selbst. Homosexualität ist dort strafbar und kann im Extremfall mit dem Tod geahndet werden. Gleichgeschlechtliche Beziehungen gelten als schweres gesellschaftliches Tabu. Unklar bleibt zudem die aktuelle Situation Khameneis. Berichten zufolge wurde er bei einem Luftangriff Ende Februar verletzt, bei dem auch sein Vater ums Leben kam. Sein Aufenthaltsort und Gesundheitszustand sind derzeit nicht eindeutig geklärt.

Mehr: LSVD warnt vor «fahrlässiger Gefährdung» queerer Geflüchteter (MANNSCHAFT berichtete)

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