Zu wenig Blutspenden – Verbot für Schwule, Bi und Trans muss weg!
«Es soll niemand sterben müssen, nur weil der mögliche Blutspender der Richtlinie zu schwul war», meint FDP-Sprecher für LGBTIQ
In deutschen Krankenhäusern werden lebensrettende Blutkonserven knapp. Die Ausbreitung des Coronavirus senkt die Bereitschaft zur Blutspende und verschärft so das Problem.
Derzeit sei die Versorgung mit lebensrettenden Blutpräparaten nur noch auf niedrigstem Niveau gesichert, teilte der DRK-Blutspendedienst an diesem Montag mit. Gingen in den kommenden Tagen nicht genügend Blutspenden ein, so wäre die Versorgung von Patient*innen binnen kurzer Zeit nicht mehr lückenlos abgesichert. Gerade in der Frühphase der Pandemie sei es wichtig verstärkt zu spenden, um einen Vorrat anlegen zu können, hiess es.
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«Das ewig gestrige Blutspendeverbot für homosexuelle Männer und transgeschlechtliche Menschen fällt uns jetzt auf die Füsse», so Jens Brandenburg, LGBTIQ-Sprecher der FDP.
«Krankenhäuser und Patienten sind dringend auf jede einzelne Blutspende angewiesen. Die Voraussetzung von 12 Monaten Enthaltsamkeit ist medizinisch unnötig und lebensfremd. Statt haltloser Vorurteile sollte nur das tatsächliche Risikoverhalten möglicher Blutspender entscheidend sein», so der FDP-Politiker.
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Die Bundesärztekammer sollte darum schnellstmöglich ihre «Richtlinie Hämotherapie» anpassen und das Blutspendeverbot aufgrund der sexuellen oder geschlechtlichen Identität aufheben. «Notfalls muss der Gesetzgeber den diskriminierenden Ausschluss über eine Klarstellung im Transfusionsgesetz beenden. Es soll niemand sterben müssen, nur weil der mögliche Blutspender der Richtlinie zu schwul war», so Brandenburg.
Nun lässt das Coronavirus Blutspenden zurückgehen Schon vergangene Woche hatte das Deutsche Rote Kreuz einen Rückgang der Blutspenden gemeldet. Die Zahl der Blutspenden liege laut DRK in weiten Teilen Deutschlands unter dem Soll. Teilweise greife man bereits auf Puffer zurück.
Im November 2019 hatte die FDP-Fraktion im Deutschen Bundestag die Aufhebung der diskriminierenden Regelungen zur Blutspende von homosexuellen und transgeschlechtlichen Menschen gefordert (MANNSCHAFT berichtete). Dem schlossen sich jetzt auch die Grünen mit einem eigenen Antrag an (MANNSCHAFT berichtete).
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