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4 Jahre nach «Pulse»-Massaker – keine Chance für Hass und Gewalt!

Am 12. Juni 2016 hatte Omar Mateen in Orlando 49 Menschen getötet

«Pulse»-Massaker
Das «Pulse»-Massaker geschah am 12. Juni 2016 (Foto: Twitter)

Vier Jahre sind seit dem «Pulse»-Massaker in Orlando (Florida) vergangen. Am 12. Juni 2016 hatte Omar Mateen dort 49 Menschen getötet, bevor er von der Polizei erschossen wurde. 53 weitere Menschen hatte er verletzt.

Das «Pulse» war ein Club der LGBTIQ-Community. Bei dem Massaker, verübt durch den 29-jährigen Omar Mateen (MANNSCHAFT berichtete), handelte es sich um eines der schlimmsten und folgenreichsten Massaker eines bewaffneten Einzeltäters, das in den USA je begangen wurde. In einer Welle von Anteilnahme und Solidarität wurden in den Tagen danach 29.5 Millionen Dollar für die Opfer und ihre Hinterbliebenen gesammelt (MANNSCHAFT berichtete).

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Auch in diesem Jahr soll es in Orlando, trotz Corona-Pandemie, eine Gedenkfeier geben, bei der 49 Glockenschläge ertönen – einer für jedes Todesopfer des Massakers. Robin Maynard-Harris, Initiatorin der «49 Bells»-Bewegung, erklärte gegenüber clickorlando.com, in den letzten drei Jahren hätten sich am 12. Juni etwa 700 Kirchen aus 16 Ländern dem Läuten der 49 Glocken angeschlossen.

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«Die 49 Glockenschläge am 12. Juni sind eine Möglichkeit, der LGBTIQ-Community zu zeigen, dass Orte des Glaubens sie ehren, dass sie inklusiv sind, dass diese Leben wichtig sind», sagte sie.

Weil im «Pulse» vor allem Lesben, Schwule, Bisexuelle und trans Personen zu Gast waren, ist das Verbrechen als gezielter Angriff auf Minderheiten zu bewerten. «Das Hassverbrechen von Orlando richtete sich gegen die Menschlichkeit und gegen uns alle. Menschen mussten sterben, weil sie liebten, wie sie liebten und weil sie waren, wer sie waren» so der Hessische Minister für Soziales und Integration, Kai Klose (Grüne).

US-Generalkonsulin Patricia Lacina erklärt: «Aktuell schliessen sich Menschen auf der ganzen Welt aus Protest zusammen. Diesmal gegen die Ermordung von George Floyd und fordern deutliche Massnahmen, um systembedingte Ungleichheiten zu beseitigen. Beide Beispiele zeigen Menschen, die sich friedlich versammeln, um gegen Ungerechtigkeit zu protestieren, Rechenschaft zu fordern und Veränderungen zu bewirken. Und das werden wir weiterhin tun.»

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Vor diesem Hintergrund schmerzt das Gedenken an Orlando und viele andere Attentate auf die Menschlichkeit, auf Freiheit, Toleranz und Respekt besonders. «Wir haben ein Versprechen gegeben. Es lautet: Die Würde des Menschen ist unantastbar. Die Würde JEDES Menschen ist unantastbar. Egal, wie er oder sie aussieht. Egal, woran er oder sie glaubt oder nicht glaubt. Egal, was uns unterscheidet. Das ist eines der höchsten Versprechen, auf dem unsere Gesellschaft gründet», betont Klose.

Er fordert alle dazu auf, sich stark zu machen gegen Diskriminierung und Gewalt. Jeden Tag und überall. «Hass, Ausgrenzung und Gewalt dürfen bei uns keine Chance haben. Wir wollen positive und nachhaltige Zeichen der Akzeptanz aussenden und so das Miteinander in Hessen prägen», unterstreicht der Minister.

Abschliessend erklärt die US-Generalkonsulin: «Obwohl diese Herausforderungen schwer zu bewältigen sind, werden wir alle gemeinsam aus diesen Debatten, die von unseren Bürgerinnen und Bürgern mit ihrem Recht auf freie Meinungsäusserung, Pressefreiheit und Rechtsstaatlichkeit geführt werden, gestärkt hervorkommen.»

Das «Pulse»-Massaker hatte 2016 weltweite Solidaritätsbekundungen ausgelöst. Viele Menschen kamen zu Gedenkveranstaltungen und zündeten Kerzen an. Regenbogenfahnen wehten auf Halbmast. Zentrale Gebäude wie der Eiffelturm in Paris und der Grand Place in Brüssel erstrahlten damals in Regenbogenfarben. Das Denkmal in Orlando wurde vor vier Wochen offenbar von weissen Rassisten geschändet (MANNSCHAFT berichtete).

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