22-Jähriger von Männergruppe schwulenfeindlich beleidigt
Auf der Warschauer Brücke in Berlin-Friedrichshain kam es zu einem homophoben Zwischenfall
In der Nacht zum Sonntag gab es aufgrund einer Beleidigung mit homophoben Hintergrund einen Polizeieinsatz in Berlin-Friedrichshain.
Gegen 1.10 Uhr alarmierte ein 22-Jähriger die Polizei zur Warschauer Brücke und gab an, dass ihm auf der Brücke in Höhe des Ausgangs von der S-Bahn fünf Männer entgegen kamen. Aus der Gruppe heraus wurde er dann gefragt, ob er schwul sei. Nachdem er das bejaht hatte, wurde er homophob beschimpft.
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Darüber hinaus trat ihm ein Mann aus der Gruppe das Handy aus der Hand. Anschliessend flüchteten die Männer in Richtung Frankfurter Tor. Die Ermittlungen hat der Polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalamt Berlin übernommen.
Gewalt gegen LGBTIQ um fast ein Drittel gestiegen Im Mai dieses Jahres hat das schwule Anti-Gewalt-Projekt in Berlin MANEO aktuelle Zahlen über Gewalt gegen LGBTIQ vorgelegt. Demnach stiegen die Fälle angezeigter Gewalt gegen LGBTIQ in der Hauptstadt um 58 auf 382 an. Gegenüber 2017 ist ein Zuwachs von fast einem Drittel zu verzeichnen.
Am häufigsten wurden Beleidigungen registriert (123 – im Jahr 2016 waren es noch 45 Fälle), einfache und gefährliche Körperverletzung (67), Nötigungen und Bedrohungen (54) und Raubstraftaten (20). Die meisten Fälle registrierte Maneo in Schöneberg (49 – ein Rückgang von 69 im Vorjahr), gefolgt von Neukölln (38 – ein Zuwachs von 100 %), Mitte und Kreuzberg.
In Lübeck bekennt sich die Polizei zum Regenbogen
Noch viel zu oft werden homophobe Straftaten nicht angezeigt. Um das Verhältnis zur Community zu verbessern, hat die Polizei fast überall in Deutschland sogenannte Ansprechpartner für gleichgeschlechtliche Lebensweisen (AGL) geschaffen. Je nach Bundesland gibt es aber grosse Unterschiede.
Zeichen von Solidarität mit LGBTIQ von Seiten der Polizei werden nicht selten kritisiert. So hissten im Juli die stellvertretende Leiterin der Direktion 6 und der dortige LGBTIQ-Ansprechpartner die Regenbogenfahne vor ihrem Dienstgebäude in Berlin Marzahn. Dafür wurde die Behörde teils heftig angegriffen. So hiess es, die Flagge hinter dem amtlichen Wappen der Polizei Berlin sei ein «klarer Verstoss gegen das Neutralitätsgebot». Das müsse man «scharf kritisieren». Doch die Polizeipräsidentin der Hauptstadt, Barbara Slowik, erklärte: Das Hissen der Flagge steh nicht in Konkurrenz zum Neutralitätsgebot.
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