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10 nicht-binäre Schauspieler*innen, die man gesehen haben muss

Von Mason Alexander Park bis Brigette Lundy-Paine

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Mason Alexander Park in «Cowboy Bebop» (Foto: Geoffrey Short/Netflix)

Wenn es um Rollen und Chancen für queere Schauspieler*innen geht, dann ist meistens von Menschen die Rede, die sich als schwul, lesbisch, bi- und pansexuell identifizieren oder trans sind. Noch mehr um Sichtbarkeit kämpfen müssen häufig allerdings nicht-binäre Schauspieler*innen. Wir stellen 10 vor, die es sich im Auge zu behalten lohnt, und verraten auch gleich, wo man sie sehen kann.

#1 Mason Alexander Park
Bislang hatte sich Mason Alexander Park vor allem in der amerikanischen Theaterbranche einen (kleinen) Namen gemacht. Nicht am Broadway zwar, aber immerhin an Bühnen in kleineren Städten, mit Rollen in Stücken wie «Hedwig and the Angry Inch», «Cabaret» und «The Rocky Horror Show» oder als Charlotte von Mahlsdorf in «I Am My Own Wife». Jetzt startet Park auch vor der Kamera durch, mit einer festen Rolle in der mit Spannung erwarteten Anime-Adaption «Cowboy Bebop» (ab 19.11. bei Netflix). In der Zeichentrickserie war die Figur Gren ein androgyner Kriegsveteran, jetzt ist Gren genau wie Park nicht-binär.

#2 E.R. Fightmaster
In Sachen Diversität war «Grey’s Anatomy» immer schon weit vorne dabei, jetzt hat die Krankenhaus-Serie in ihrer 18. Staffel (die wohl kommendes Jahr bei uns auf Disney+ und ProSieben zu sehen sein wird) auch erstmals ein*e nicht-binäre Ärzt*in. Dr. Kai Bartley wird gespielt von E.R. Fightmaster. Fightmaster (übrigens kein Künstlername) studierte in Chicago Women & Gender Studies, stand auf diversen Comedy- und Improbühnen und hatte zuletzt eine feste Rolle in der Serie «Shrill», die in Deutschland noch nicht ausgestrahlt wurde. Auch in einer Folge der tollen queeren Serie «Work in Progress» (bei Sky) war Fightmaster mit von der Partie.

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E.R. Fightmaster (Foto: Grey’s Anatomy)

#3 Asia Kate Dillon
Der schauspielerische Durchbruch gelang Asia Kate Dillon als Brandy in einer wiederkehenden Rolle in der Netflix-Serie «Orange is the New Black». Noch mehr Aufmerksamkeit brachte allerdings die Wall Street-Serie «Billions» mit sich: darin spielt Dillon seit Staffel 2 den Performance-Coach Taylor Mason, die erste nicht-binäre in einer amerikanischen Fernsehserie. Bereits dreimal wurde Dillon für die Rolle bei den Critics’ Choice Television Awards nominiert (übrigens in der Männer-Kategorie). Bei Sky sind seit dem 13.11. neue Folgen der fünften Staffel zu sehen. Auch für die sechste, die kommendes Jahr in den USA anläuft, wird Dillon wieder vor der Kamera stehen.


#4 Jesse James Keitel
2020 war das Jahr, in dem erstmals ein*e nicht-binäre Schauspieler*in eine feste Rolle im amerikanischen Free-TV spielte. Diese Ehre fiel Jesse James Keitel in der Thriller-Serie „Big Sky“ zu, die hierzulande bei Disney+ zu sehen ist. In der zweiten Staffel, die dort im Januar startet, spielt Keitel dort nur noch eine kleine Gastrolle. Wer mehr sehen will, sollte sich bei Netflix die niedlichen queere Teenie-Komödie «Alex Strangelove» ansehen, in der Keitel eine Nebenrolle spielt. Das vertreibt die Wartezeit bis 2022, wo Keitel dann zum Ensemble der Neuauflage von «Queer As Folk“ gehören wird. Die Dreharbeiten laufen schon, und dem Magazin Entertainment Weekly verriet Keitel: «Die Serie wird explizit und unmissverständlich queer, von queeren Menschen für queere Menschen.»

#4 Liv Hewson

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Foto: Liv Hewson (li) & Drew Barrymore in «Santa Clarita Diet» (Foto: Netflix)

Das Coming-out als nicht-binär hatte Liv Hewson, geboren 1995 im australischen Canberra, schon mit 16 Jahren, was der Schauspielkarriere nie im Weg stand. Nach ein paar Kurzfilmen und TV-Auftritten entpuppte sich 2017 als grosses Jahr für Hewson: nach einer Gastrolle in der gefeierten Serie «Top of the Lake» von Jane Campion und einem kleinen Part in der Jugendromanverfilmung «Wenn du stirbst, zieht dein ganzes Leben an dir vorbei, sagen sie» bekam Hewson die Rolle als Tochter von Drew Barrymore in der Netflix-Serie «Santa Clarita Diet». Danach folgten Auftritte im Oscar-nominierten Film «Bombshell – Das Ende des Schweigens» und der Serie „Marvel’s Inhumans» (zu sehen bei Disney+) sowie ganz aktuell eine Rolle in der Serie «Yellowjackets», die gerade in den USA angelaufen. Eine nicht-binäre Rolle hat Hewson bislang noch nicht verkörpern dürfen, weswegen sie sich bald eine selbst auf den Leib schreiben will.


#5 Brigette Lundy-Paine
Nach kleinen Rollen in Filmen wie «Downsizing» und «Schloss aus Glas» bekam Brigette Lundy-Paine 2017 den Part als Schwester des autistischen Protagonisten in der Serie «Atypical». Erst nach vier Staffeln wurde die Serie, die auf Netflix zu sehen ist, in diesem Jahr abgesetzt. Parallel spielte Brigette Lundy-Paine – geboren 1994 in Dallas – auch eine Rolle im Oscar-nominierten Film «Bombshell – Das Ende des Schweigens» und war in der Komödien-Fortsetzung «Bill & Ted retten das Universum» (zu sehen bei Sky) als Tochter von Keanu Reeves zu sehen.

#6 Bex Taylor-Klaus

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Bex Taylor-Klaus (Foto: AMC/Disney+)

Der Durchbruch vor der Kamera gelang Bex Taylor-Klaus noch als Teenager in der Serie «The Killing» (zu sehen bei Disney+), mit einer Rolle als lesbischer Obdachloser in der dritten Staffel. Anschliessend folgten wiederkehrende Parts in «Arrow», «House of Lies» und «Tote Mädchen lügen nicht», ein Gastauftritt in «Glee», eine Hauptrolle in der Serie «Scream“ (verfügbar bei Netflix) und Auftritte in Filmen wie «The Last Witch Hunter» mit Dwayne Johnson oder „Dumplin» mit Jennifer Aniston. Zuletzt war Taylor-Klaus, seit 2020 übrigens mit der Schauspielerin Alicia Sixtos («The Fosters“») verheiratet, in einer tragenden Rolle in der Krimiserie «Deputy – Einsatz Los Angeles» mit Stephen Dorff zu sehen.

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#7 Lachlan Watson
Dank einer Mutter, die beim Theater arbeitete, stand Lachlan Watson schon als Kind in North Carolina auf der Bühne. In der Jugend folgten ausserdem kleine Auftritte in Serien wie «Nashville» oder „Drop Dead Diva» dazu. Nach dem Schulabschluss war Watson dann von 2018 bis 2020 vier Staffeln lang in der Rolle eines trans Schülers in der Serie «Chilling Adventures of Sabrina» (verfügbar bei Netflix) zu sehen. Im kommenden Jahr wird Watsons Stimme im PlayStation 5-Spiel «Goodbye Volcano High» zu hören sein.

#8 JayR Tinaco
Geboren 1989 auf den Philippinen und aufgewachsen in Australien begann JayR Tinaco die Schauspielkarriere – ähnlich wie Chris Hemsworth, nur in einer kleineren Rolle – in der Seifenoper «Home and Away». Es folgten Kurzfilme (etwa als Drag Queen in «Showboy» vom queeren Künstler Samuel Leighton-Dore) und schliesslich der Umzug nach Nordamerika. Seither war Tinaco, der privat durchaus auch die Pronomen er/ihn benutzt, unter anderem in der Science Fiction-Serie «Another Life» zu sehen, deren zweite Staffel diesen Herbst bei Netflix gestartet ist. Eine kleine Rolle spielt Tinaco auch im Spielfilm «Schwanengesang» mit Mahershala Ali und Glenn Close, der ab dem 17.12. bei AppleTV+ zu sehen sein wird.

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Theo Germaine (Foto: «The Politician»/Netflix)

#9 Theo Germaine
«Zu den frühesten Erinnerungen aus meiner Kindheit gehören die an König der Löwen und meine Genderdisphorie», sagt Theo Germaine. Heute identifiziert sich Germaine, geboren in Illinois, als nicht-binär – und gilt seit 2019 Shooting Star in Hollywood. Zwei Staffeln lang war Germaine als James Sullivan in Ryan Murphys Serie «The Politician» (zu sehen bei Netflix) zu sehen und spielte außerdem eine feste Rolle in der grandiosen Queer-Comedy «Work in Progress» (bei Sky).

Aktuell bereitet Germaine den ersten eigenen Kurzfilm vor, spielt eine wiederkehrende Rolle in der Science Fiction-Serie «4400» und hat ausserdem gerade einen von Genre-Experte Jason Blum produzierten Horrorfilm abgedreht, der in einem Umerziehungslager für queere junge Menschen spielt. Regie führte der Oscar-nominierte schwule Drehbuchautor John Logan («Aviator», «Gladiator», «Penny Dreadful»), vor der Kamera standen ausserdem Kevin Bacon, Anna Chlumsky und der queere Schauspieler Austin Crute («Booksmart»).



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