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Singapur: Sender zeigt schwulen Kuss – «Akt der Revolution»

Der Clip sorgt für Furore in der asiatischen LGBTIQ Community

Singapur
Foto: Screenshot

Dass der Sender Channel News Asia (CNA) aus Singapur mal einen Kuss zwischen zwei Männern zeigen würde, hätte wohl niemand für möglich gehalten.

Es passiert während eines Berichts zur Eröffnung der Olympischen Winterspiele: In dem Beitrag, der live aus einer Bar in Peking übertragen wurde, küssen sich zwei Männer vor laufender Kamera – das ist sowohl in Singapur als auch in China eigentlich strikt verboten.

Vor ein paar Jahren wurde in Singapur und anderen Ländern ein lesbischer Kuss aus einem «Star Wars»-Film geschnitten. Im Jahr 2020 stand immerhin eine Singapurer Fernsehsendung wegen Homophobie in der Kritik (MANNSCHAFT berichtete).

@starrie7777 they can’t censor the ending pose 😍🏳️‍🌈🏳️‍⚧️🌈#singapore #channelnewsasia #cna #lgbt #lgbtq #gay #gaykiss #slay #beijing2022 #winterolympics ♬ Unstoppable – Sia

«Die Zensur schafft es nicht, die Medien zu kontrollieren, die von der jüngeren Generation konsumiert werden“, stellt Benjamin Xue, Mitgründer der Organisation Young Out Here, gegenüber The Thaiger  klar, die sich seit 2006 für die Rechte der LGBT-Comunity in Asien einsetzt. Deshalb nutze es nichts, dass der Sender den Kuss aus seinem Beitrag entfernt hat.»


Anstatt den TV einzuschalten, schauten sie es sich eben woanders im Netz an. Der Clip ist seitdem viral gegangen. In den sozialen Medien sprechen User*innen von einem «Akt der Revolution».

Der Kuss ist in einer bearbeiteten Version des von CNA auf seiner Website veröffentlichten Berichts nicht mehr zu sehen.

Singapur hat strenge Gesetze, was die öffentliche Auslebung oder Zeigen von Homosexualität betrifft. In Singapur schreibt die Medienaufsichtsbehörde für TV-Programme vor, dass Inhalte, die eine alternative sexuelle Orientierung abbilden, die «sensiblen gesellschaftlichen Werte» bedrohen und deshalb keine Zulassung für eine Ausstrahlung erhalten.


LGBTIQ-Aktivist*innen erklärten, dass der Clip und die Reaktionen darauf zeigten, wie veraltet Singapurs Gesetze sind. «Singapur gilt als entwickeltes Land, aber wir sind wirklich rückständig, wenn es um LGBT-Rechte geht», meint Jean Chong, Mitbegründer von Sayoni, einer LGBTIQ-Organisation.

«Homosexuelle Handlungen sind dem Text des Strafgesetzbuches nach in Singapur nach wie vor strafbar», schreibt das Auswärtige Amt in Berlin auf seiner Homepage. Es habe allerdings schon seit längerem keine Strafverfolgungen mehr gegeben.


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