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Organisationen fordern: Queere Geflüchtete aus Moria aufnehmen!

Pink Cross, das Transgender Network Schweiz u. a. appellieren an den Bundesrat

Moria
Bild vom Flashmob in Lausanne am 12 September 2020 (Bild: Flickr/Gustave Deghilage)

Die Situation für Geflüchtete auf der griechischen Insel Lesbos hat sich seit dem Brand in Moria noch einmal verschlechtert. Über 12’000 Menschen wurden auf einen Schlag obdachlos. Viele Organisationen fordern die Schweizer Politik jetzt zum Handeln auf.

In einem Aufruf an den Bundesrat machen die über 20 unterzeichnenden Organisationen auf die katastrophale Lage der Flüchtlinge in Moria aufmerksam und fordern, vor allem Frauen und LGBTIQ mit ihren Familien aus Lesbos aufzunehmen.

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«Die Situation auf Lesbos barg bereits vor dem Brand des Flüchtlingslagers Moria besonders viele Gefahren für allein flüchtende Frauen und Mütter sowie für intergeschlechtliche, trans, non-binäre, queere, homo-, bi-, und asexuelle Menschen», steht im Schreiben.

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«Ihre Lage setzte sie massiver (sexualisierter) Gewalt aus, ohne die Chance auf Schutz und Unterstützung. Mit dem Brand hat sich die Gefahr, Gewalt aufgrund von Geschlechtsidentität, -ausdruck, -merkmalen und/oder sexueller Orientierung zu erleben, nochmals drastisch verstärkt!»

Weil die Infrastruktur von Flüchtlingslagern den spezifischen (Schutz)-Bedürfnissen dieser Menschen keine Rechnung trage, bedeute für sie die Flucht aus den Kriegsgebieten und Herkunftsländern keineswegs ein Ende der Gewalt.

«Seit dem Brand von Moria übernachten mindestens 1300 allein flüchtende Frauen mit und ohne Kinder sowie LGBTIQ-Personen obdach- und schutzlos im Freien und sind so mehr denn je Zielscheiben von (sexualisierter) Gewalt. Auch eilig aufgebaute Zeltstädte oder zukünftige Lager im Stil von Moria können ihnen den nötigen Schutz nicht bieten», so die Organisationen.

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Sie unterstützen deshalb die Forderungen von #evakuierenJETZT nach Schutz für alle Geflüchteten und nach einer solidarischen Beteiligung der Schweiz an der Aufnahme aller geflüchteten Menschen, die auf Lesbos ausharren. «Als spezialisierte Organisationen und Gruppen appellieren wir an den Bundesrat, besonders vulnerable Personen wie allein reisende Frauen und Menschen, die aufgrund ihrer sexuellen Orientierung, ihrer Geschlechtsidentität, ihres Geschlechtsausdrucks und/oder ihrer Geschlechtsmerkmale Gewalt erfahren und deren Familien aufzunehmen.»

Ausserdem fordern die Organisationen den Bundesrat auf, die Hilfsbereitschaft von Städten zum Schutz dieser Menschen anzunehmen. Zu den Unterzeichner*innen gehören viele Frauenhilfs- und und LGBTIQ-Organisationen wie das Frauenstreikkollektiv, InterAction, die Lesbenorganisation Schweiz (LOS), Pink Cross, das Transgender Network Schweiz (TGNS) sowie der Dachverband Regenbogenfamilien, Terre des Femmes und cfd – die feministische Friedensorganisation.

Norwegen hat bereits vor den Bränden in Moria verstanden, dass queere Flüchtende besonders geschützt werden müssen. Menschen, die auf Grund ihrer sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität flüchten, werden nun auch vorrangig behandelt (MANNSCHAFT berichtete).

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