Neues Schweizer Label für queere Hochzeiten
In Zürich wurde die Swiss Queer Wedding Association gegründet
Pünktlich zur Ehe für alle gründen zwei Hochzeitsplaner die Swiss Queer Wedding Association. Der neue Verband und sein Label sollen queere Paare vor Diskriminierung schützen.
Am ersten Juli läuten in der Schweiz erstmals auch für gleichgeschlechtliche Paare die Hochzeitsglocken – die Ehe für alle tritt in Kraft. Doch noch immer gebe es Hochzeitsausstatter*innen, die nichts mit Lesben oder Schwulen zu tun haben wollen. Das sagt der schwule Hochzeitsplaner Michael Zangger in einem Interview mit Migros Engagement. Zusammen mit Felix Fay hat er deshalb die Swiss Queer Wedding Association (SQWA) ins Leben gerufen.
«Sensibel und geschult» «Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, LGBTIQ-Paaren eine positive Erfahrung bei der Planung ihrer Hochzeit zu ermöglichen», schreibt der neue Verband in seiner Medienmitteilung zum Kick-Off.
«Wir tun dies, indem wir eine Schweizer Plattform von Hochzeitsexpert*innen aufbauen, die sensibel, geschult und bereit sind, alle Paare – unabhängig von ihrer sexuellen Orientierung – zu unterstützen.»
Fragebogen und Gespräch Ein Label soll queere Heiratswillige bei der Planung ihrer Traumhochzeit vor Diskriminierung schützen. Die zertifizierten Mitglieder der Swiss Queer Wedding Association würden sich durch einen «selbstverständlichen Umgang» mit Personen aus der LGBTIQ-Community auszeichnen. Auch Hotels und Gastronomiebetriebe können die Zertifizierung anstreben.
Die Labelträger*innen würden selbst zur Community gehören oder sich stark für sie einsetzen, so der Verband weiter. Zum Aufnahmeverfahren gehören das Ausfüllen eines Fragebogens und ein persönliches Gespräch. Bei einem Unternehmen mit mehr als zehn Mitarbeiter*innen ist für die Aufnahme das Swiss LGBTI Label Bedingung.
Erfolgreicher Kick-Off-Event Am 30. Mai hatte die Swiss Queer Wedding Association ihren Kick-Off-Event im Dolder Grand in Zürich. Zu den 100 geladenen Gästen zählten Verbände und Dienstleistende aus der Schweizer Hochzeitsbranche, queere Organisationen sowie Schweiz Tourismus.
Der Anlass wurde von Draqqueen Gossipa moderiert. Neben einer Präsentation des Verbandes durch die beiden Gründer gab es eine Ansprache von Regina Lai von Schweiz Tourismus, einen Eröffnungssong von Maik Zosso sowie eine Darbietung vom Magier Pad Alexander.
Bald auch in der Kirche? Obwohl gleichgeschlechtliche Paare in der Schweiz lange, lange auf die Ehe warten mussten, scheinen sie es nicht eilig zu haben: Die Zivilstandsämter melden, dass sich die Anfragen in Grenzen halten, wie du in diesem Beitrag mit MANNSCHAFT+ lesen kannst.
Auch die Schweizer Kirchen müssen sich jetzt fast gezwungenermassen mit Homopaaren vor dem Traualtar beschäftigen. Die Synode Bern-Jura-Solothurn hat sich kürzlich für die kirchliche Trauung für alle ausgesprochen (MANNSCHAFT berichtete).
Das könnte dich auch interessieren
Kolumne
Auf die Plätze, fertig, los! Oder: Warum gehen schwule Männer so schnell?
Das Klischee, dass schwule Männer besonders schnell gehen, ist allgegenwärtig. Aber warum eigentlich? Zwischen Selbstschutz, Popkultur und selbstironischer Emanzipation gibt es viele mögliche Erklärungen. Eine humorvolle Analyse in zehn Punkten.
Von Peter Fässlacher
Reden ist Gold
Schwul
Buch
Gazelle und Gialu: Hass im Netz blockieren und ignorieren
Als TIN-Personen sind die Influencer*innen Gazelle und Gialu im Netz immer wieder Hass und Diskriminierung ausgesetzt. Sie haben Wege gefunden, damit umzugehen.
Queerfeindlichkeit
TIN
Schweiz
Wenn Eltern auf das Pronomen für ihr Baby verzichten
In der Schweiz verzichten immer mehr Eltern auf Pronomen und die geschlechtliche Festlegung für ihre Babys. Ein neuer Trend? Wir haben in Deutschland und Österreich nachgefragt.
Von Michael Freckmann
LGBTIQ-Rechte
Ehe für alle
TIN
Regenbogenfamilie
Queerfeindlichkeit
Österreich bekommt nationalen Aktionsplan gegen Hate Crime
Nach den Polizeirazzien gegen ein rechtes schwulenfeindliches Hate-Crime-Netzwerk hat der Nationalrat in Wien einen bundesweiten Richtungswechsel im Kampf gegen Hass und Diskriminierung beschlossen.
Von Newsdesk Staff
News
Österreich