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Megan Rohrer wird als erste trans Person US-Bischöf*in

Reverend Rohrer gehört zu den ersten queeren Bischöf*innen in den USA

Megan Rohrer
Foto: Twitter

Die lutherische Kirche der USA hat die erste trans Person als Bischöf*in eingesetzt: Reverend Megan Rohrer führt nun die Sierra Pacific Synode in San Francisco.

In einer grossen Feier am 11. September wurde Megan Rohrer in der Grace’s Cathedral in San Francisco als Bischöf*in geweiht – als erste trans Person in dieser Position bei der amerikanischen evangelikalen lutherischen Kirche und eine der ersten queeren Führungspersonen in einer grossen US-Kirche. Rohrer möchte mit den Pronomen they und them beschrieben werden.

Über 65 Bischöf*innen und 150 Pastor*innen haben an der Weihung teilgenommen. Im neuen Amt führt Rohrer die 200 Gemeinschaften in der Sierra Pacific Synode, die Nordkalifornien und das nördliche Nevada umschliesst.

Rohrer sprach in der Antrittsrede davon, dass es nun Hoffnung für Gläubigen aus der LGBTIQ-Community gäbe. «So viele Orte, an denen trans Personen in diesen Tagen Gewalt erleben, sind Orte, an denen Menschen denken, dass ihr Glaube sie dazu ermächtigt zu spalten und sich abzugrenzen», so Rohrer gemäss dem San Francisco Chronicle.


«Es gibt keinen Körper, niemanden, der nicht in einer Kirche wie dieser hier willkommen ist, die nicht willkommen ist in Gottes Gemeinschaft, der nicht ein vollkommener und treuer Teil der Kirche ist.» Vor der Kathedrale hätten sich viele Gläubige versammelt, auch viele Queers, berichtet die Zeitung.

Rohrer sei schon als Pastor*in und Koordinator*in für die hauseigenen Pfarrer*innen des Polizeidepartements der Stadt sehr beliebt gewesen. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass Reverend Rohrer nun für die nächsten sechs Jahre in das Amt gewählt wurde. Rohrer ist laut dem Chronicle verheiratet und hat zwei Kinder.

Seit 2010 stehen Ämter in der lutherischen Kirche der USA für verheiratete und für queere Personen offen. Das ist nicht selbstverständlich, doch immer mehr Kirchen öffnen sich für eine vielfältigere Gesellschaft, so hat kürzlich die evangelische Kirche von Berlin die Community um Verzeihung gebeten (MANNSCHAFT berichtete) und mehrere Gruppen innerhalb Schweizer Kirchen befürworten die Ehe für alle (MANNSCHAFT berichtete).


«Megan Rohrer erkennt das Gesicht Gottes in marginalisierten und privilegierten Menschen, und wird in der Amtszeit den Fokus auf die Jugend, die Obdachlosen, People of Color, LGBTIQ und andere Menschen legen, die in der Geschichte der Kirche oft ausgeschlossen wurden», schreibt die Lutherische Kirche in einem Statement.


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